Eingehängter: Der Kurze für den Morgen danach

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Eingehängter: Korn mit Sardelle

Andere Länder, andere Sitten – das würde ich sagen, wenn ein kleines Dorf in Schleswig-Holstein nicht doch noch zu Deutschland gehörte. Denn ganz oben im Norden der Republik gibt es eine Spezialität, die ich dieses Jahr beim Besuch des größten Metall-Festivals der Welt kennen lernen durfte.

Von Mittwoch bis Samstag verwandelt sich Wacken in eine riesige Kneipe. Für die vielen tausende Metallheads, die in diesen Tagen beim Wacken Open Air weilen, werden Hauseinfahrten und Hinterhöfe geräumt, um Platz zu machen für Bierbänke und mobile Zapfanlagen. Der ganze Ort ist auf Achse und bewirtet die Kuttenträger aus aller Welt.

Eine dieser Haustürbars bot der Laufkundschaft eine besondere Köstlichkeit an: Eingehängter. Mehr war auch auf dem Schild nicht zu lesen, das an der Theke klebte – außer, dass er 1,50 Euro kostet. Auf meine Nachfrage gab’s als Antwort „Korn mit Sardelle“. Mein erster Gedanke: Wer hat sich denn die fiese Kombination ausgedacht. Aber der Gedanke beschleicht einen ja des Öfteren.

Kauen und runterspülen

Bestellt habe ich ihn trotzdem. Die ältere Dame, offensichtlich ein norddeutsches Original, servierte mir ein Pinnchen mit eisgekühltem Korn. Über dem Glasrand: eine Sardelle. Die Verzehranweisung folgte prompt: „Erst kauen, dann runterspülen!“ Gesagt, getan – unter den mehr oder weniger entsetzen Augen meiner Begleiter, die sich aber dann auch trauten (zumindest teilweise).

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Aber was soll ich sagen? Echt lecker! Das Salzige der Sardelle und das Schnapsige des Korns gehen wunderbar zusammen. Der passende Drink zum Katerfrühstück. Quasi ein Kurzer für den Morgen danach. Es gab gleich eine zweite Runde. Und am nächsten Tag noch eine … für mich und alle, die sich trauten.

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