Von spannend bis kurios: 18 US-Spirituosen, die ich bisher (fast) alle nicht kannte

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US-Spirituosen-Tasting-Set DISCUS

Whiskey, Gin, Rum und noch mehr – der Verband der amerikanischen Spirituosenerzeuger hat mir ein schönes Set mit 18 Samples von hierzulande eher unbekannten US-Spirituosen zukommen lassen. Ich mache mich ans Werk: Hier kommen meine Tasting-Notes – nach und nach.

Ganz ehrlich: Warum nicht passend zur Jahreszeit 24 Samples? Nein Quatsch, ich mach nur Spaß. Ich freue mich sehr über das Tasting-Set** mit Spirituosen von Herstellern, die in Deutschland noch ziemlich unbekannt sind. Vielen Dank dafür an das Distilled Spirits Council of the United States (DISCUS) und Signe Gau von Winefun.

Achtzehnmal Schnaps aus den USA

Eigentlich wollte sich der Verband der amerikanischen Spirituosenerzeuger dieses Jahr auf dem Bar Convent Berlin mit einem eigenen Stand präsentieren. Warum das nicht funktioniert hat, muss ich wohl nicht erwähnen. Stattdessen gab es dieses nette Set mit 18 x 3 cl aus allen möglichen Bereichen der Schnapswelt. Ich habe schon mal durch die beilegende Broschüre geblättert. Es sind echt ein paar interessante und teils auch kuriose Abfüllungen dabei, von denen ich zum großen Teil noch nichts gehört habe. Ich bin gespannt.

US-Spirituosen-Tasting-Set DISCUS Karte
Schnaps aus diesen US-Bundesstaaten sind dabei.

Noch mal zurück zu meinem Adventskalenderansatz: Ich fange einfach am 7. Dezember mit dem Tasting an und mache jeden Tag ein neues Sample auf. So komme ich am Ende auch an Heiligabend raus. Problem gelöst, los geht’s ;-)

1. Lafayette Spiced Bourbon

Lafayette Spiced Bourbon

Sample Nummer 1 gehört gleich mal zu einer Kategorie, der ich eher skeptisch gegenüberstehe: Spiced Whiskey. Erfahrungsmäßig eignet sich sowas weniger zum Purtrinken, sondern eher – in Maßen – zum Mixen. Aber ich denke, dass wissen die Hersteller solcher Spiced Spirits ebenfalls. Ich versuche also mal ganz unbefangen an die Sache ranzugehen.

Der Lafayette Spiced Bourbon kommt aus Park City, Utah. Rob und Sara Sergent haben hier im Jahr 2016 Alpine Distilling gegründet und produzieren unter anderem Gin, Wodka, Single Malt Whisky – und eben diesen Bourbon-Likör. Der Whiskey wird mit Aprikose, Primel und Zimt gewürzt und mit 40 Prozent abgefüllt. Letzteres ist schon mal nicht schlecht für einen Likör.

Geruch: Der Lafayette ist sehr blumig-fruchtig, die Aprikose steht klar im Vordergrund. Außerdem nehme ich einen deutlichen Geruch war, den ich als Holunderblüte einordne, könnte von der Primel stammen. Zimt ist nach dem zweiten Schnuppern ebenfalls gut zu riechen. Das Ganze hat aber auch was von Zuckerwatte und diesen eindeutig zu bunten Bonbons, die man für 50 Cent im 2-Kilo-Beutel bekommt. Mit persönlich ist die Nase etwas zu süß.

Geschmack: In Mund dominiert auch die Süße, aber die 40 Prozent Alkohol fangen sie ganz gut ein. Der Bourbon kommt durch, wird aber etwas von der Aprikose ein bisschen beiseitegeschoben. Am Ende bleiben Zimt und generell weihnachtliche Aroma auf der Zunge – zusammen mit einer leichten Pfefferschärfe.

Fazit: Pur ist mir der Lafayette doch etwas zu süß, obwohl auch würzige Nuancen dabei sind. Mir gefällt, dass er – für einen Likör – ordentliche 40 Umdrehungen hat. Ich könnte ihn mir sehr gut in einem Rusty Rob (ein Rusty Nail mit Bourbon) vorstellen. Aber dann gerne einen kräftigen Bourbon nehmen.

2. Blinking Owl Aquavit

Blinking Owl Aquavit

Ein Aquavit aus den USA? Das hat gleich mein Interesse geweckt, kenne ich die Kümmel- und Dill-lastige Spirituose doch vornehmlich aus skandinavischen Ländern. Die Blinking Owl Distillery in Santa Ana, Kalifornien stellt alle Produkte ausschließlich mit biologisch angebautem Getreide aus dem eigenen Bundesstaat her – darunter auch Wodka, Gin und Whiskey. Die Betreiber bezeichnen sich selbst als „locavore“. Das ist jemand, der sich nur mit Produkten aus der Region ernährt oder diese zumindest stark bevorzugt (den Begriff musste ich selbst erstmal googlen).

Geruch: Neben der klaren Kümmelnote – wie es sich für einen Aquavit gehört – kommt hier noch ein sehr schönes und starkes Fenchelaroma mit durch. Dazu gibt es einen Hauch Vanille und frische Minze. Die durchaus gegensätzliche Kombi gefällt mir.

Geschmack: Kümmel, Fenchel und Dill – das fällt mir dabei zuerst ein. Eine leichte Zitrusnote sorgt zusammen mit den 42,5 Prozent für ein leichtes Prickeln auf der Zunge. Das ist keinesfalls unangenehm! Auch eine leicht florale Note kann ich schmecken. Im Abgang ist der Aquavit frisch und würzig.

Fazit: Der Blinking Owl Aqiavit gefällt mir, weil er eine ordentliche Würzigkeit, mit Zitrusfrische und einer gewissen Süße kombiniert. Ein guter Mix! Es gibt ihn auch als fassgereifte Variante (22 Monate im Weinfass) mit 45 Prozent. Die interessiert mich sehr.

3. Bluecoat American Dry Gin

Bluecoat American Dry Gin

Die fassgereifte Variante des Bluecoat kenne ich, ich habe sogar eine Flasche davon. Vor allem pur gefällt er mir sehr. Nun kommt also die ungereifte Variante des Gins ins Glas, der mit seinem Namen die Soldaten der Kontinentalarmee im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg ehrt, die blaue Uniformen trugen. Dass der Gin in Philadelphia, sozusagen dem Geburtstort der USA, hergestellt wird, passt ins Bild. Als Botanicals kommen neben Wacholder Engelwurz, Koriander und die Schalen verschiedener Zitrusfrüchte zum Einsatz. Alkoholgehalt: 47 Prozent.

Nase: Neben Wacholder haben vor allem Harz und Laub den ersten Antritt. Erst etwas später kommen Orange und Zitrone, nach längerem Riechen auch noch Schwarzer Tee dazu.

Mund: Ich schmecke wenig Wachholder, dafür eine sehr trockene Würzigkeit. Das „Dry“ im Namen ist also ernst zu nehmen. Vor dem Abgang, der sehr erdig ist, kommt noch mal so eine seifige Zitrusnote durch.

Fazit: Ein durchaus spannender Gin, der mit vielschichtigen Aromen punktet. Mir fehlt trotz der Zitrusnoten so ein bisschen die Frische, nur hier und da spitzt was durch. Aber wer einen trockenen und erdigen – ich könnte es vielleicht auch als waldig beschreiben – Gin sucht, der wird mit dem Bluecoat American Dry Gin glücklich.

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4. Brough Brothers Bourbon Whiskey

Brough Brothers Bourbon Whiskey

Heute habe ich einen Bourbon im Glas, amerikanischer geht es kaum. Allerdings ist der Brough Brothers Bourbon Whiskey (41 Prozent Alkohol) von den Brüdern Victor, Chris und Bryson Yarbrough kein Kentucky Straight Bourbon. Er kommt zwar aus dem US-Bundesstaat Kentucky und hat mit 75 Prozent Maisanteil das Minimum von 51 Prozent. Aber entweder ist er jünger als zwei Jahre oder die Hersteller verzichten freiwillig auf den Zusatz „Straight“. Da kann ich nur spekulieren. Ist aber auch egal, schmecken muss er.

Geruch: Der Bourbon verströmt einen süß-würzigen Duft von Vanille und Muskat. Ich muss ein bisschen an Weihnachtsplätzchen denken. Minz- und Apfelnoten, die später dazukommen, sorgen für etwas Frische.

Geschmack: Auch hier sind es Vanille und Muskat, die das Aroma ausmachen. Zuerst kommt die Süße – Gebäck würde ich wieder sagen. Anschließend driftet es in Richtung Würzigkeit. Der Abgang ist dann sehr würzig: Pfeffer, wieder Muskat und ein kleine Prise Salz sind dabei. Ein trockenes Gefühl bleibt auf der Zunge zurück.

Fazit: Ein wunderbar süß-würziger Bourbon mit einem vollen Aroma und einem sehr trockenen, herben Abgang. Vor allem letzteres ist genau meins. Schönes Ding. Vier bis fünf Umdrehungen mehr und ich würde wahrscheinlich sogar sagen: Sehr schönes Ding.

5. Catoctin Creek Roundstone Rye Whiskey

Catoctin Creek Roundstone Rye Whiskey

Aus Purcellville in Virginia kommt dieser Rye Whiskey mit 46 Prozent Alkohol. Der Catoctin Creek Roundstone Rye Whiskey 92 Proof ist eine Single-Barrel-Abfüllung, jede Charge kann also etwas anders schmecken. Nur besonders gelungene Fässer aus dem Lager sollen angeblich für diesen Rye abgefüllt werden. Der Name Catoctin – auch der Name eines Gebirges und eines Bachlaufs – leitet sich übrigens vom indianischen Stammesnamen „Kittocton“ ab und bedeutet übersetzt „Ort der vielen Hirsche“. Bei der kurzen Recherche im Netz habe ich übrigens herausgefunden, dass es ein Kittocton Kölsch aus Virginia gibt. Aber das nur als Fun Fact am Rand ;-)

Geruch: Ich habe sofort Schwarzbrot mit Aprikosenmarmelade in der Nase. Das ist so dominant, dass ich erstmal an nichts anderes denken kann. Der Geruch ist also würzig-trocken gepaart mit fruchtiger Süße. Etwas später erinnert mich der Rye an Haferflocken mit Mandelmilch (darauf komme ich aber auch nur, weil ich das in letzter Zeit öfter gegessen habe).

Geschmack: Im Mund ist der Catoctin Creek deutlich herber als in der Nase: sehr viel Schwarzbrot, und zwar eine richtig dicke Scheibe richtig dunkles Schwarzbrot mit Nüssen – und vielleicht mit Rosinen (auch das hatte ich in letzter Zeit öfter, weil der Bäcker hier vor der Tür das richtig lecker hinbekommt). Nach dem Riechen hatte ich etwas mehr Süße erwartet und mit jedem Schluck wird es etwas fruchtiger, aber insgesamt: herb und trocken.

Fazit: Mir fehlt im Mund etwas die Süße aus der Nase. Ein bisschen von der Aprikosenmarmelade hätte ich gerne auch getrunken und nicht nur gerochen. Wer es gerne ziemlich trocken und „brotig“ mag, ist aber hier an der richtigen Stelle.

6. FEW Straight Bourbon Whiskey

FEW Straight Bourbon Whiskey

Der FEW Bourbon ist hierzulande kein Unbekannter, er ist in den einschlägigen Shops gut erhältlich. Er stammt aus der Stadt Evanston in Illinois, nördlich von Chicago. Er besteht aus 70 Prozent Mais, 20 Prozent Roggen sowie 10 Prozent gemälzter Gerste und kommt mit 46,5 Prozent Alkohol in die Flasche. Die Brennerei FEW Spirits, die neben verschiedenen Whiskeys auch Gin macht, möchte sich mit ihrem Bourbon von den typischen Kentucky und Tennessee Whiskeys abheben und zugleich einen Bourbon im Pre-Prohibitions-Stil produzieren. Könnte aber auch nur Marketing-Gerede sein. Was mich hier schon wieder verwirrt: Auf dem Sample steht „Straight Bourbon“, in der Broschüre ist aber eine Flasche mit Etikett abgebildet, auf der nur „Bourbon“ steht. Im Netz finde ich ebenfalls beides. Ich habe jetzt nicht schon wieder Lust, mich in die Untiefen der US-amerikanischen Whiskey-Gesetzgebung zu stürzen (s. oben) und probiere einfach:

Geruch: Ich rieche viel Vanille und frisch gebackene Kekse, dazu Nelken und Zimt. Pfeffer und eine leichte Holzigkeit steigen erst später in die Nase. Der Bourbon verströmt einen sehr vollen, eher süßlichen Geruch.

Geschmack: Auch im Mund lässt der Few Bourbon eine volle Breitseite Vanille ab, dazu Honig und Karamellbonbons. Wirklich süß. Auch hier kommt später wieder etwas Würzigkeit dazu. Es bleibt ein zuckriger Geschmack zurück, gleichzeitig macht sich auf der Zunge ein adstringierende Trockenheit breit.

Fazit: Die Kombination aus viel Süße und etwas würziger Holzigkeit gefällt mir sehr gut – gerade im Abgang fällt das auf. Waren die vorherigen beiden Whiskeys aus dem Tasting-Set (s. oben) von der sehr trockenen Sorte, punktet der Few mit deutlich mehr Cremigkeit, ohne dabei zu klebrig zu werden. Top!

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7. Filibuster Barrel Aged Gin

Filibuster Barrel Aged Gin

Aus dem US-Bundesstaat Virginia kommt dieser fassgereifte Gin. Die Filibuster Distillery nutzt neben Wacholder als Botanicals Rosmarin, Zitronenverbene sowie Rosenblüten und/oder Indisches Basilikum – auf der Webseite steht das eine, in der Broschüre das andere. Ich liebe diese Art der Informationspolitik. Warum bekommen es manche Hersteller einfach nicht hin, klipp und klar zu sagen, was drin ist und wie es hergestellt wird? Mag sein, dass man was verheimlichen will oder dass man keine Betriebsgeheimnisse verraten möchte. Aber das hier klingt wie gewollt und nicht gekonnt. Es ist nämlich nicht die einzige Ungereimtheit. Aber wenn ich das richtig verstehe und halbwegs plausibel zusammenreime, reift der Gin nach der Destillation nochmals in ehemaligen Whiskey-Fässern aus Amerikanischer Eiche sowie in ehemaligen Weinfässern aus Französischer Eiche. Wie lange reift der Gin? Welcher Whisky und welcher Wein waren vorher in den Fässern? Dazu gibt es keine Auskunft, ich konnte zumindest keine Infos finden. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich diese Art der Informationspolitik liebe?

Geruch: Vanille und Kokosnuss steigen mir in die Nase. Dazu kommt der Geruch von Bienenwachs, den ich schon immer mochte. Den Wacholder kann ich nur erahnen, Rosmarin rieche ich gar nicht. Die Nase ist insgesamt süß und für 45 Prozent Alkohol äußerst mild.

Geschmack: Im Mund kommt dann doch die Wacholderbeere durch, aber sie ist keinesfalls dominant. Süße Vanille und fruchtige Orange stehen gleichberechtigt daneben. Der Filibuster Gin hat fast schon was Likörartiges, so cremig und süß ist er.

Fazit: Dieser Gin steht auf der süßen Seite des Lebens, ich mag ihn. Diese leichte Verwirrung, die nach der Lektion von Broschüre und Brennerei-Webseite bleibt, hinterlässt aber einen faden Beigeschmack. Ist es wirklich so schwer? Oder ist es Absicht?

8. Golden Moon Single Malt oder Bourbon?

Hier muss ich erst noch klären, was jetzt eigentlich in der Flasche war: Single Malt oder Bourbon? Broschüre und Etikett widersprechen sich. Geschmacklich spricht einiges für Bourbon.

9. James E. Pepper 1776 Rye Straight Whiskey 100 Proof

ames E. Pepper 1776 Rye Straight Whiskey 100 Proof

1776 ist die älteste Whisky-Marke der USA. Sie wurde tatsächlich während der Amerikanischen Revolution von James E. Pepper gegründet und war bis 1958 in (familieneigenem?) Betrieb. Nach Jahrzehnten des Stillstands wurde sie 2008 von dem Unternehmen Georgetown Trading Co. wiederbelebt – angeblich auch mit Rezepten aus der Zeit vor der Prohibition. Damals war Rye noch der meistgetrunkene amerikanische Whiskey, heute ist es Bourbon. Ich hatte den 1776 Rye schon mal im Glas. Ich glaube aber, dass es die Abfüllung mit 46 Prozent Alkohol war. Diese hier hat 50 Prozent, und es gibt noch eine mit weit über 50 Prozent.

Geruch: Der 1776 hat eine eher milde Nase für 50 Prozent. Er erinnert mich ein herzhaft-süßes Früchtebrot mit Feigen, Zimt und Orangeat.

Geschmack: Im Mund ist der 1776 recht trocken, die Roggennote kommt gut durch. Ein bisschen Zimt und Honig, ein paar Nelken und etwas Ingwerschärfe sind dabei. Alles in allem könnte er aber einen Tick langanhaltender sein – nicht viel, nur ein bisschen.

Fazit: Der 1776 Rye 100 Proof ist ein solider Rye Whiskey. Sehr solide, damit es da keine Missverständnisse gibt. Ich finde auch den Preis mit 30 bis 35 Euro mehr als angemessen. Da macht man nix falsch.

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10. John Emerald Hugh Wesley’s Gin

John Emerald Hugh Wesley's Gin

Aus der John Emerald Distilling Company in Alabama stammt – neben Whiskey, Rum, Wodka und Brandy – der Hugh Wesley’s Gin, der mit regionalen Wacholderbeeren sowie Anis, Orangenschalen, Gurke und Pekannuss hergestellt wird. Abgefüllt wird er mit 40 Prozent Alkohol.

Geruch: Anis und Lakritz stehen hier im Vordergrund, die Nase erinnert mich sofort und ziemlich stark an Ouzo. Im Hintergrund leichte Orange, der Wachholder lässt sich allenfalls erahnen. Störend finde ich Geruch von Gemüsebrühe und Altmetall.

Geschmack: Auch im Mund finde ich ihn doch sehr Ouzo-lastig. Dazu gibt es eine starke Pimentnote, die ich aber irgendwie unpassend, weil muffig finde. Unpassend ist in jedem Fall auch das rostige Metallaroma, dass auf der Zunge wieder mit von der Partie ist.

Fazit: Der John Emerald ist ein Gin, der nach Ouzo riecht und schmeckt – leider kein besonders guter Ouzo. Das Aroma ist muffig, flach und metallisch. Gefällt mir persönlich leider gar nicht.

11. Koloa Kauaʻi Coffee Hawaiian Rum

Koloa Kauaʻi Coffee Hawaiian Rum

Der Inhalt dieses Sample stammt von der Koloa Rum Company, der angeblich ersten und einzigen lizenzierten Brennerei auf Kauaʻi, eine der acht Hauptinseln von Hawaii. Von dort soll auch das Zuckerrohr für die eigenen Produkte kommen. Ob tatsächlich ausschließlich hawaiianische Grundzutaten zum Einsatz kommen, kann ich nicht sagen. Da sie aber explizit betonen, dass Regenwasser aus den Bergen genutzt wird und Destillation, Blending, Abfüllen sowie Verpacken vor Ort stattfinden, sie in Sachen Zuckerrohr aber sehr vage formulieren, würde ich sagen, dass auch importiertes Zuckerohr dabei ist. Ist nur so ein Bauchgefühl … Es handelt sich hier übrigens nicht um einen Rum, sondern um eine Kaffeelikör auf Rum-Basis, der mit 34 Prozent Alkohol in die Flasche kommt.

Geruch: Ich habe einen kräftigen Espresso in der Nase, dazu Karamell und Vanille – recht süß. Ich tue mich etwas schwer, den Rum zu riechen.

Geschmack: Auch im Mund kommt der Kaffee voll zu Geltung, insgesamt ist der Geschmack aber etwas trockener als der Geruch. Unter Strich bleibt es auch geschmacklich ein Likör mit der entsprechenden Süße.

Fazit: Der Koloa Kauaʻi Coffee ist in solider Kaffeelikör, der nicht zu meinen Favoriten in dieser Rubrik gehört. Und eine Frage bleibt: Ist da wirklich Rum drin?

12. Red Eye Louie’s Rumquila

Red Eye Louie’s Rumquila

Der Rumquila ist sicher das außergewöhnlichste Sample im Tastinsg-Set und erweckte sofort meine Aufmerksamkeit. Wie der Name vermuten lässt: Hier sind Rum UND Tequila in der Flasche. Prinzipiell eine Idee, der ich erstmal offen gegenüberstehe. Warum auch nicht? Aber schon vor der Verkostung frage ich mich, ob Rumquila nicht eher ein Party-Gag ist, Schnaps für den Junggesellenabschied oder den feucht-fröhlichen runden Geburtstag. Es fängt schon damit an, dass man nicht wirklich was über den verwendeten Rum und Tequila erfährt. Der Rum kommt aus Puerto Rico, der Tequila aus Jalisco, Mexiko. Das war’s. Als gäbe es nur eine Sorte Rum und Tequila auf der Welt. Das reicht mir nicht. Außerdem erinnert mich die Entstehungsgeschichte an das Prinzip: „Lass uns mal was Witziges machen.“ In diesem Fall wohl was Witziges mit Schnaps. Denn auf der Webseite des Herstellers, der Red Eye Louie’s Inc., steht geschrieben, dass man die Idee für einen Vodquila (das war das erste Produkt) hatte, als man sich eines Nachmittags beim Cocktail-Mixen in der Hausbar fragte, warum man nicht zwei Spirituosen mischen könnte statt immer Wodka, Tequila oder Whiskey mit anderen Zutaten zu verdünnen. Ich finde, das verrät viel über die Art der Cocktails, die dort gemixt wurden, und die Weise, wie man sie zubereitete. Ich krieg das Partyvolk als Zielgruppe nicht mehr aus dem Kopf. Vielleicht tue ich dem Ganzen auch Unrecht. Mal schauen …

Geruch: Ich habe nur Tequila in der Nase. Könnte ein Reposado oder Anjeo sein, weil er recht mild und süßlich daherkommt. Es fehlt das mineralisch-metallische Aroma, das ich an einem Blanco sehr schätze. Aber ich glaube eher, dass hier tatsächlich ein Blanco zum Einsatz kommt, dem der Rum etwas „Alter“ verleiht.

Geschmack: Auch hier dominiert der Tequila, aber ich merke schon, dass da noch was anderes. Auf Rum wäre ich dabei aber nicht unbedingt gekommen, oder vielleicht höchstens wegen einer leichten Honigsüße. Insgesamt finde ich den Geschmack recht sprittig und im Abgang bitter – nicht holzig oder eichentönig oder tanninbeladen, sondern einfach bitter.

Fazit: An alle Junggesellen oder Geburtstagskinder: Kauft euch eine gute Flasche Tequila (mit Rum hat das hier sowieso wenig zu tun). Für den Rumquila-Preis von 30 bis 40 Euro bekommt man schon was Ordentliches.

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13. Sagamore Straight Rye Whiskey

Sagamore Straight Rye Whiskey

Aus Baltimore in Maryland stammt der Sagamore Straight Rye Whiskey. Mit drei bis vier Jahren Reifezeit im Fass und 41,5 Prozent Alkohol kommt er in die Flasche.

Geruch: Der Roggen kommt gut durch, würzig und trocken steigt es aus dem Glas. Dazu ein wenig Vanille und Orangenschalen.

Geschmack: Auch im Mund ist der Rye recht trocken und würzig, etwas Nelke, Pfeffer und Muskat sind dabei. Der Abgang ist nussig und nochmal trockener.

Fazit: Im Mund könnte er etwas intensiver und voller rüberkommen, insgesamt ist der Sagamore Straight Rye Whiskey aber ein ordentlicher Roggen-Whiskey mit starker Getreidenote.

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14. Seven Jars Ava Gardner Select Bourbon

Dieses Sample fiel einem spontanen, familieninternen Tasting an Weihnachten zum Opfer. Leider kann ich die Notizen nicht mehr finden.

15. Seven Three Distilling Co. Black Pearl Rum

Seven Three Distilling Co. Black Pearl Rum

Auch hier haben wir wieder den Fall, dass der Hersteller nicht sagen will oder kann, was genau drin ist. Es handelt sich offensichtlich um einen ungereiften Rum. Als lokale Zutat wird einzig Zuckerrohr genannt. Überraschung! Aber gut, immerhin lokal. Der Black Pearl Rum kommt aus der Seven Three Distilling Company in New Orleans, Louisiana. Und in dem Bundesstaat wird tatsächlich Zuckerrohr angebaut. Der Rum trägt den Namen eines Stadtteils von New Orleans und möchte damit „dieses kleine Juwel feiern“. Soweit der Marketingsprech. Auf zur Verkostung: 

Geruch: Der Black Pearl erinnert mich sofort an einen Rhum Agricole. Er hat diesen typisch grasigen Geruch und dieses Aroma von Sellerie und Gemüsebrühe. Dazu kommen fruchtige Noten von Ananas, Mango, Mandarine und Birne.

Geschmack: Im Mund erinnert er mich allerdings nur am Rand an einen Rhum Agricole. Stattdessen gibt es hier überraschend deutliche Anklänge von Williams-Birnenbrand. Gras und Gemüse sind kaum noch vorhanden. Dafür habe ich neben Birne starke Noten von Dosen-Mandarinen und Mirabellen auf der Zunge.

Fazit: Der Hersteller gibt dazu zwar keine Auskunft, aber ich tippe aufgrund des Aromas auf einen Rhum Agricole; also darauf, dass der Black Pearl Rum aus frischem Zuckerrohrsaft und nicht aus Melasse hergestellt wird. Die Nase ist dafür recht typisch, der Mund mit seiner Williams-Note keinesfalls. Die Kombination ist außergewöhnlich – zumindest meiner Erfahrung nach. Unterm Strich gefällt mir der Black Pearl ganz gut.

16. Uncle Nearest 1856 Straight Whiskey

Dieses Sample fiel einem spontanen, familieninternen Tasting an Weihnachten zum Opfer. Leider kann ich die Notizen nicht mehr finden.

17. Whistling Andy Hibiscus Coconut Rum

Whistling Andy Hibiscus Coconut Rum

Wenn eine Brennerei Whiskey, Gin, Rum, Vodka und noch andere Spirituosen herstellt, bin ich ebenso skeptisch wie bei Pizzataxis, die auch noch Indisch, Thailändisch und Burger auf der Karte stehen haben. Aber das war nur so ein (erster) Gedanke, als ich die Webseite der Whistling Andy Distillery aus Montana besucht habe. Denn das Sortiment ist recht groß … und verschieden. Im Set war ein Sample des Hibiscus Coconut Rums, eines Flavoured Rums also – Doppelskepsis-Alarm quasi ;-) Laut Brennerei wird der Rum komplett vor Ort aus Molasse hergestellt, die wiederum aus Zuckerrohr aus Louisiana hergestellt wird. Das Ganze wird mit Hibiskusblüten und Kokosnuss abgeschmeckt und ordentlich nachgezuckert. Abgefüllt wird der Hibiscus Coconut Rums mit 40 Prozent.

Geruch: Die Kokosnuss ist dominant, dazu kommt Vanille, Karamell und etwas Orange. Insgesamt riecht der Rum wie erwartet: süß.

Geschmack: Im Mund gibt es keine große Überraschung, weil der Geschmack ziemlich genau den Geruch spiegelt. Sehr viel Kokos, etwas Frucht. Aber ich finde es für einen Spirituose aus dieser Kategorie nicht zu klebrig.

Fazit: Wenn man auf so Flavoured Geschichten steht, ist der Hibiscus Coconut Rums meiner Meinung nach völlig in Ordnung. Ich würde mir davon aber keine Flasche kaufen, auch nicht zum Verschenken.

18. Widow Jane Bourbon Aged 10 Years

Dieses Sample fiel einem spontanen, familieninternen Tasting an Weihnachten zum Opfer. Leider kann ich die Notizen nicht mehr finden.

*Wenn ihr ein Produkt über diesen Link kauft, erhalte ich eine Provision vom jeweiligen Shop. Das hilft mir, diesen Blog zu finanzieren. An eurem Preis für das Produkt ändert sich dadurch nichts. **Das genannte Produkt wurden mir vom Hersteller/Importeur/Anbieter kostenlos zur Verfügung gestellt. Einfluss auf den Inhalt meines Artikels hat dieser jedoch nicht genommen. Ich sage offen und ehrlich meine Meinung, bleibe dabei aber fair und respektvoll gegenüber Produkt und Produzent. Ich verfasse keine Gefälligkeitsrezensionen oder ähnliches. Das kommuniziere ich vorher deutlich mit dem entsprechenden Hersteller/Importeur/Anbieter.

8 Kommentare

  1. Hallo Chris,
    dir ist ein kleiner Fehler beim Lafayette Spiced Bourbon unterlaufen. Im Text steht, er sei mit 80 % abgefüllt.
    Viele Grüße
    Moritz

  2. Hallo Signe,
    also bei mir steht da „Der Whiskey wird mit Aprikose, Primel und Zimt gewürzt und mit 80 Prozent abgefüllt. Letzteres ist schon mal nicht schlecht für einen Likör.“
    Ich gehe auch davon aus, dass amerikanische Proof gemeint sind.
    Viele Grüße
    Moritz

  3. Hallo Moritz,
    wo steht das denn?
    80 Proof ist die amerikanische Bezeichnung für den Alkoholgehalt. Das ist aber nicht gleichbedeutend mit unserem europäischen Alkoholgehalt. 80%Vol. Alkohol wäre was heftig für einen Likör, findest Du nicht:)
    Viele Grüße
    Signe

    1. Hallo Signe,
      ich weiß durchaus, was Proof bedeutet, und dass 80 Proof 40 % Alkoholgehalt entsprechen. Deshalb hatte ich auf den Fehler (siehe oben zitierte Satz, direkt neben dem Bild) hingewiesen.
      Viele Grüße
      Moritz

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