Drambuie vs. Drambuie 15: Whisky-Liköre im Vergleich – pur und gemixt

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Drambuie 15 im Test

Bekannt ist der Whisky-Likör Drambuie vor allem als Zutat im Rusty Nail. Doch lässt er sich auch hervorragend in anderen Cocktails einsetzen, ein paar schöne Rezepte stelle ich euch weiter unten vor. Außerdem gibt es ihn nicht nur als Standardversion, sondern auch als etwas höherwertigen Drambuie 15. Ich habe beide Abfüllungen verglichen. Vom deutlichen Unterschied war ich überrascht.

Scotch Whisky, Heidehonig und eine Auswahl von Gewürzen – fertig ist Drambuie. Der Sage nach hat Prinz Charles Edward Stuart im Jahr 1746 das streng geheime Rezept auf der Isle of Skye einem schottischen Clanchef anvertraut, nachdem dieser ihm geholfen hatte vor den englischen Truppen zu fliehen. Zuvor hatte Stuart versucht, den britischen Thron mit Waffengewalt für sich zu beanspruchen – eine ziemlich erfolglose Unternehmung. Heute ist das angeblich immer noch gleiche Rezept ebenso wie die Marke Drambuie im Besitz von William Grant & Sons. Das sind die gleichen, die auch für den Glenfiddich Whisky verantwortlich sind.

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Drambuie vs. Drambuie 15: Lohnt sich der Aufpreis?

Neben der Standardversion des Drambuies, den man in fast jedem Supermarkt findet und der vermutlich mit Whisky ohne Altersangabe hergestellt wird, gibt es den so genannten Drambuie 15. Dieser basiert auf mindeste 15 Jahre altem Single Malt Scotch. Das Grundprodukt ist also – zumindest auf dem Papier – etwas höherwertig. Dafür ist er auch eine Ecke teurer: Die 0,5-Liter-Flasche kostet rund 30 Euro. Die 0,7-Liter-Flasche vom Standard liegt bei etwa 20 Euro. Auf den Literpreis umgerechnet bedeutet das 60 Euro vs. 28,50 Euro. Lohnt sich der Aufpreis?

In der Purverkostung empfinde ich den Unterschied als gravierend: Der normale Drambuie ist sowohl im Geruch als auch im Geschmack sehr süß. Er liefert viele Weihnachtsaromen wie Lebkuchen und Printen, im Mund ist er fast schon klebrig. Vom Whisky ist kaum etwas zu riechen oder zu schmecken. Ganz anders der Drambuie 15: Weniger süße, viel mehr Whisky. Geschmacklich zeigt er deutliche Holz- und Pfeffernoten. Obwohl es sich natürlich immer noch um einen süßen Likör handelt, wirkt er deutlich reifer und nicht so überzuckert.

Als Zutaten im Parade-Cocktail Rusty Nail (Rezept s. unten) gleichen sich Drambuie und Drambie 15 etwas an – aber der Unterschied ist immer noch deutlich. Der 15er macht aus dem Rusty Nail einen überraschend trockenen Drink. Die Standardabfüllung macht auch gemixt eine immer noch eher süße Figur, wenn auch in reduzierter Form.

Fazit: Der Unterschied zwischen beiden Drambuie-Versionen hat mich überrascht, weil er so deutlich ausfällt. Das hatte ich nicht erwartet. Pur würde ich jederzeit den Drambuie 15 vorziehen. Er riecht und schmeckt reifer, komplexer und irgendwie erwachsener als der normale Drambuie. Der ist im Vergleich eher pappig und wirkt fast schon billig. Gemixt kommt es drauf an: Wer seinen Rusty Nail süß kennt und mag, bleibt beim Standard. Ich greife auch hier ab jetzt lieber zum 15er.

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Die besten Cocktails mit Drambuie

Apropos gemixt: Ich habe mich auf die Suche nach ein paar Rezepten gemacht und einige davon nachgemacht. Hier kommt die Auswahl meiner Favoriten (die Reihenfolge stellt keine Wertung dar):

Rusty Nail Cocktail mit Drambuie

Rusty Nail

Fangen wir mit dem Klassiker (s. Foto) an. Ich würde behaupten, dass der Großteil des weltweit produzierten Drambuies für die Herstellung des Rusty Nails zum Einsatz kommt. Ist nur so eine Schätzung, kann ich nicht belegen. Das grundlegende Rezept gibt es wohl schon seit den 50er-Jahren. Wirklich populär wurde der Drink dann Anfang der 60er-Jahre – zuerst in den USA, inzwischen längst weltweit. Das Besondere: Er besteht aus lediglich zwei Zutaten.

Zutaten
4 cl Scotch Whisky (z.B. Glenfiddich 12)
2 cl Drambuie

Zubereitung
Alle Zutaten direkt im Glas (Tumbler) auf Eis rühren und mit einem Stück Zitronenschale servieren.

Tipp: Nehmt ihr Bourbon statt Scotch, wird aus dem Rusty Nail ein Rusty Bob und der Drink bekommt einen lieblicheren, vanilligeren Geschmack. Ein interessanter Twist.

The Thistle Punch

Ich stehe Cocktails mit Saft – abgesehen von Zitronen- und Limettensaft – etwas skeptisch gegenüber. Das artet nämlich schnell in einem Gepansche aus. Dass meine Skepsis oft unbegründet ist, beweist der The Thistle Punch. Der fruchtig-bittere Grapefruitsaft ist hier genau recht am Platz und wird nur ganz dezent eingesetzt – ebenso wie der Sherry, der für mehr Komplexität sorgt. Übrigens: Am besten mit frisch gepresster Grapefruit probieren (gilt auch immer für Zitronen- und Limettensaft).

Zutaten
2,5 cl Drambuie
2 cl Grapefruitsaft
1 cl Zitronensaft
2 Barlöffel Sherry
2 Spritzer Angostura Bitter

Zubereitung
Alle Zutaten im Shaker auf Eis kräftig schütteln und mit frischem Eis und einer Zitronenscheibe im Glas (Tumbler) servieren.

The Underdog

Bei diesem Cocktail handelt es sich um die Abwandlung eines Negronis. Wer es bitter-süß und gleichzeitig kräftig-trocken mag, ist hier genau richtig. Ich bin als großer Negroni-Fan von diesem Drink sehr angetan.

Zutaten
2 cl Drambuie
2 cl Trockener Wermut
1,5 cl Amaro (z.B. Campari)
1,5 cl Gin (am besten einen klassischen London Dry Gin)

Zubereitung
Alle Zutaten direkt im Glas (Tumbler) auf Eis rühren und mit einem Stück Zitronenschale servieren.

Highland Margarita

Der Cocktail aus Mexiko (oder stammt er doch aus den USA?) bekommt dank Drambuie einen schottischen Anstrich. Es bleibt der bekannte Klassiker mit der spritzigen Agaven-Note, der Whisky-Likör verleiht ihm aber das gewisse Etwas.

Zutaten
6 cl Tequila Blanco
3 cl Limettensaft
1,5 cl Drambuie
1,5 cl Cointreau

Zubereitung
Alle Zutaten im Shaker auf Eis kräftig schütteln und ohne Eis im Glas servieren. Wer es ganz korrekt machen will, nimmt dafür eine Coupette mit Salzrand.

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