Whisky bis 50 Euro: Meine Empfehlungen – nicht nur für die Feiertage

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Ihr sucht einen guten Whisky bis 50 Euro – als Weihnachtsgeschenk oder als edlen Absacker nach dem Festtagsmahl? Ich verrate euch sechs tolle Abfüllungen in dieser Preisklasse: vom lieblichen Einsteiger-Whisky bis zum rauchigen Torf-Whisky. Weil ich sie alle schon selbst probiert habe, kann ich sie guten Gewissens empfehlen.

„Kannst du mir mal einen guten Whisky bis maximal 50 Euro nennen?“ Freunde, Bekannte und Kollegen stellen mir diese Frage immer wieder. Es hat sich wohl rumgesprochen, dass ich schon den einen oder anderen Whisky probiert habe und inzwischen einen brauchbaren Überblick habe. Deswegen weiß ich auch mittlerweile, mit welcher Auswahl an Flaschen ich auf diese 50-Euro-Frage antworte.

50-Euro-Whisky als Geschenk oder für sich selbst

50 Euro scheinen wohl so eine magische Grenze zu sein, bis zu der viele noch bereit sind, Geld für eine Flasche Whisky auszugeben – sei es als Geburtstags- bzw. Weihnachtsgeschenk oder einfach für die eigene Hausbar. Und für 50 Euro bekommt man immer noch viele tolle Abfüllungen für unterschiedliche Geschmäcker – trotz der teils enormen Preissteigerungen auf dem Whisky-Markt in den letzten Jahren.

Auf die Frage nach einem guten Whisky für maximal 50 Euro antworte ich zuerst mit einer Gegenfrage: „In welche Richtung soll es geschmacklich gehen?“. Das ist wichtig, weil Whisky ja nicht gleich Whisky ist – nicht mal in der 50-Euro-Klasse. Beispiel: Ein Lagavulin 16 Jahre ist für mich ein erstklassiger Vertreter dieser Preiskategorie. Trotzdem bin ich mit der Empfehlung vorsichtig, weil er wirklich ein sehr rauchiges Aroma hat. Einen Whisky-Neuling schrecke ich damit eher ab. Wer aber schon diverse milde, leichte, süße Abfüllungen getrunken hat, der wird vielleicht als nächstes genau den Lagavulin probieren wollen. Daher die Frage, welcher Geschmack (oder welche Erfahrung) bedient werden soll.

Hier kommen also meine sechs Empfehlungen für unterschiedliche Whisky-Niveau-Stufen. Alle lecker und alle mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Leicht und fruchtig: Tullamore D.E.W. Single Malt 14 Jahre

Wer einen besonders lieblichen und leichten Whisky sucht, findet den passenden Kandidaten mit dem Single Malt von Tullamore D.E.W. aus Irland. Der 14-jährige Whisky lagert zuerst in Ex-Bourbon-Fässern, so wie es die meisten Whiskys tun, und kommt dann noch mal für eine Nachreifung zu je einem Drittel in ehemaligen Oloroso-Sherry-, Port- und Madeira-Fässern. Diese vierfache Reifung macht ihn besonders mild. Für mich ist dieser Tullamore D.E.W. ein hervorragender Einsteiger-Whisky, der aber trotzdem noch genug Aroma und Komplexität mitbringt, um sich von der günstigen Tullamore-Standardabfüllung abzuheben, die man in jedem Supermarkt findet.

Perfekte Balance: Edradour Caledonia 12 Jahre

Diesen Whisky aus der ehemals kleinsten Brennerei Schottlands habe ich erst vor kurzem für mich entdeckt und er gehört seitdem zu meinen Favoriten – vor allem in der 50-Euro-Klasse. Durch eine lange Lagerung in ehemaligen Sherry-Fässern ist er süß, hat aber trotzdem ein kräftiges Eichenarome aufgrund des langen Kontakts zum Holz. Er ist für mich die perfekte Balance aus lieblich und kräftig. Zum einen gibt es Anklänge von Rosinen, Vanille, Orangen, Pflaumen und Datteln, dann aber auch wieder die Würzigkeit von Pfeffer, Kaffee und dunkler Schokolade. Eine erstklassige Mischung und ein echter Genuss. Der Edradour ist mein Tipp für alle, die ein Geschenk für jemanden suchen, dessen Geschmack sie nicht genau kennen. Ich behaupte einfach mal: Damit macht man wenig falsch.

Für Rum-Freunde: Balvenie Caribbean Cask 14 Jahre

Der Balvenie Caribbean Cask fällt preislich etwas aus dem Rahmen, weil er nur in wenigen Shops für 50 Euro zu haben ist – meistens liegt er 5 Euro darüber. Aber wer die 5 Extra-Euro investiert, bekommt einen tollen Whisky aus Schottland, der in Rumfässern nachgereift wird. Das verleiht ihm ein tolles Rum-Aroma, wobei es eher unterschwellig bleibt. Es schmeckt nicht so, als hätte man einfach Whisky und Rum 1:1 gemischt. Er ist sehr vollmundig und süß, mit Noten von karibischen Früchten und Vanille. Insgesamt ist er mild und lässt sich wunderbar trinken. Aber weil er ganze 14 Jahre reift, kommt die Würzigkeit im Abgang auch nicht zu kurz. Eine exzellente Mischung für alle, die auch gerne mal ein Gläschen Rum trinken.

Dezenter Rauch: Connemara 12 Jahre

Der Connemara Singlte Malt mit 12 Jahren kommt aus Irland und ist angeblich auch der einzige irische Whisky mit einem rauchigen Aroma. Im Vergleich zu vielen schottischen Whiskys mit Raucharoma ist der Torf-Einfluss in diesem Fall aber recht gering – aber deutlich zu riechen und schmecken. Wer mal einen rauchigen Whisky probieren möchte, dem kann ich den Connemara 12 Jahre wärmstens empfehlen, weil er einen nicht sofort erschlägt. Neben dem Rauch gibt es nämlich noch eine milde Süße und eine frische Zitrus-Fruchtigkeit.

Starker Rauch: Lagavulin 16 Jahre

Wer den Einstieg in die weite Welt des Whiskys gewagt und auch schon die ersten leicht rauchigen Vertreter probiert hat, ist reif für den nächsten Schritt: Der heißt Lagavulin 16 Jahre und gehört zu den großen Klassikern. Aber vor allem gehört zu den sehr stark getorften Whiskys, die ein Aroma von Lagerfeuer, Schinkenspeck, Meeresküste und Seetang verbreiten. Einige vergleichen den Lagavulin mit einem Stück Kohle, an dem man genau so gut lecken könnte. Da ist was dran, aber der Whisky von der schottischen Insel Islay (berühmt für ihre rauchigen Abfüllungen) hat wesentlich mehr zu bieten. Denn durch die Lagerung im Sherry-Fass gibt es durchaus auch süße Aromen, die das Profil vervollständigen. Aber ich sage es ganz klar: Der Rauch ist extrem dominant – und meiner Meinung nach extrem lecker.

Bourbon-Tipp: Blanton‘s Original

Ein Bourbon soll in dieser Aufstellung nicht fehlen. Aber man muss dazu sagen: Der typisch US-amerikanische Whisky unterscheidet sich deutlich vom schottischen und auch irischen, weil er hauptsächlich aus Mais hergestellt und in frischen Eichenfässer gelagert wird. Das verleiht dem Bourbon ein ganz eigenes typisches Aroma, das im Schnitt süßer ist. Wer darauf steht, dem empfehle ich den Tankstellen-Standard Jim Beam White Label links liegen zu lassen und in den Blanton‘s Original zu investieren. Die Flasche sieht nicht nur um Längen besser aus, der Geschmack ist es ebenfalls: Viel Karamell und Vanille gibt es, dazu aber auch die Würzigkeit vom Eichenfass, die vor allem im Abgang deutlich raus kommt. Er ist kräftig, aber ausgewogen und meiner Meinung nach ein guter Einstieg in die gehobenere Bourbon-Klasse.

4 Kommentare

  1. Hallo,

    eine sehr gute Liste. Insbesondere der Blanton ist ein echter Geheimtipp. Ich für meinen Geschmack vermisse jedoch den Oban 14 – okay er ist manchmal teurer als 50 Euro, aber auch regelmäßig in den einschlägigen Whisky-Shops oder bei Amazon im Sale.

    Viele Grüße!

  2. Hallo-ein oder zwei Tipps von mir…Meine Favoriten sind hier dabei ,fehlt nur noch Lockes Whiskey und Writers tears-den ich vor 2 Jahren in Irland bei einem Tasting kennengelernt habe.

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