Whisky als Geschenk: Das empfehlen die Experten zu Weihnachten

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Whisky als Geschenk

Ihr möchtet einen Whisky verschenken, aber steht völlig ratlos vor der überwältigenden Auswahl an Abfüllungen? Hilfe naht: Ich habe mich bei absoluten Whisky-Experten umgehört und um konkrete Empfehlungen gebeten.

Für den Schwiegervater eine Flasche Whisky zu Weihnachten – oder zu einem anderen Anlass? Sicher eine gute Idee! Ihr habt mitbekommen, dass der Mann gerne mal ein Gläschen trinkt und sich über eine feine Abfüllung unterm Weihnachtsbaum freuen würde. Doch welche soll es sein? Die Frage ist nicht einfach zu beantworten, wenn man selbst nicht so viel Ahnung vom Thema hat und auch nicht sicher ist, was der Schwiegervater geschmacklich bevorzugt. Whisky ist ja nicht gleich Whisky. Schwierig, schwierig!

Whisky-Empfehlung bis 100 Euro

Aber ich will euch nicht allein im Regen stehen lassen, sondern reiche die Frage gerne weiter an meine Blogger-Kollegen, die sich praktisch rund um die Uhr mit dem Wasser des Lebens beschäftigen. Meine einfache Frage an die Experten:

Ich möchte meinem Schwiegervater zu Weihnachten eine gute Flasche Whisky schenken. Kannst du mir was bis 100 Euro empfehlen?

Mir war natürlich bewusst, dass diese Frage sofort ein paar Nachfragen von Seite der Experten nach sich ziehen würden: „Was mag denn der Schwiegervater? Eher fruchtig und lieblich? Oder darf es auch rauchig und kräftig sein?“ So würde ich es auch machen, wenn ich die Frage höre.

Trotzdem wollte ich diese Frage gerne so simpel-naiv stehen lassen und sehen, was die Befragten daraus machen. Vorab sei verraten: Es hat funktioniert und hier kommen die Antworten von meinen geschätzten Kollegen (und auch von mir), die euch hoffentlich eine große Hilfe bei der Suche nach einem passenden Geschenk sind – natürlich nicht nur für den Schwiegervater. An alle, die mitgemacht haben, nur ein Wort: DANKESCHÖN!!!

Margarete Marie von Whiskyundfrauen

Diese Frage wird mir tatsächlich oft gestellt, wobei es natürlich nicht nur um den Schwiegervater geht, und das Budget mitunter auch niedriger angesetzt ist. Es ist gar nicht so einfach, hier eine sinnvolle Antwort zu geben, denn die Wahrscheinlichkeit, den Whisky-Geschmack einer mir fremden Person genau zu treffen, ist sehr gering. Besonders schwierig ist es, wenn der zu Beschenkende entweder Whisky-Anfänger oder aber Whisky-Kenner ist.

Ich habe inzwischen aber eine salomonische Lösung gefunden, mit der ich bisher gute Erfahrungen gemacht habe: Ich empfehle immer ein regionales Produkt. Bei uns im Nachbarort gibt es zum Glück eine alteingesessene Brennerei, die auch einen ordentlichen Whisky herstellen. Und es gibt inzwischen sehr viele deutsche Brennereien, die guten Whisky machen. Eine solche Flasche mit Whisky aus der eigenen Region kann man immer guten Gewissens auf den Tisch stellen, wenn Nachbarn oder Freunde vorbeikommen, da kann man eigentlich nix falsch machen. Wenn es jedoch unbedingt ein schottischer Whisky sein soll, empfehle ich einen Klassiker: Talisker 10. Der ist nach wie vor über alle Zweifel erhaben. Wenn ich selbst einen Whisky an Whisky-Kenner verschenke, entscheide ich mich hingegen immer für eine spannende Neuerscheinung.

Stefan von Whisky Journal

Es ist keine leichte Frage. Mein Schwiegervater – wenn ich die Frage denn persönlich beantworten darf – trinkt gerne Whisky und mag eigentlich … alles. Von daher würde ich wohl am ehesten aus dem Thema „Weihnachten“ was machen wollen. Entweder eine Abfüllung mit vielen typischen Weihnachtsaromen oder eine sehr harmonische Abfüllung, die einiges bietet aber nicht gleich erschlägt. Einfallen würden mir für ersteren Fall ein Glenallachie 2008 von Douglas Laing, so ich denn noch eine davon bekommen kann – preislich sollte es möglich sein. Und wenn das nicht geht, ist ein älterer Glenfarclas (zum Beispiel 21 Jahre), ein Bowmore mit etwas Rauch und lecker Sherry-Finish oder ein Dalmore 12 Jahre aus älteren Zeiten (vor 2010) generell keine schlechte Wahl.

Malte von A Dram of Sea

Die Frage ist natürlich relativ einfach gehalten und so nur schwer zu beantworten. Ich beginne aber dennoch mal mit einer ähnlich einfachen Antwort: Für unter 100€ gibt es sehr viele gute Whiskys, daher einfach ein paar Empfehlungen an Standardabfüllungen: Mit Sherryfasslagerung wären ein GlenDronach 18 (mein Favorit) oder 21 im Budget, sollte es eher rein Bourbonfass-gelagert sein, dann würde ich einen Deanston 15 Jahre Organic empfehlen. Für die „Exotenfässer“ wird es natürlich schwieriger, denn hier gibt es ja verschiedenste Fassarten. Wenn es kein Schotte sein muss, dann hat hier Mackmyra tolle Whiskys im Angebot, die locker ins Budget passen.

Jetzt aber noch mal etwas genauer: Ich würde eigentlich eher zunächst ein paar Gegenfragen stellen, bzw. weiter überlegen: Wie erfahren ist der Schwiegervater mit Whisky? Hat er Präferenzen, die ich kenne? Trinkt er gerne in Fassstärke oder lieber Trinkstärke. Von den Antworten hängt viel ab. Ein Einsteiger wird sich nicht an Farbstoff und 40 Prozent stören, dadurch würden zum Beispiel Dalmores spannend werden, denn die empfinde ich auch nicht als allzu fordernd bei der Verkostung. Einem wirklichen „Experten“ sind sie aber bestimmt bekannt, oder er könnte auf mehr Kraft stehen! Dann würden halt auch unabhängige Abfüller spannend werden. Für unter 100 Euro bekommt man bei Signatory Vintage schon den einen oder anderen Whisky aus der „Cask Strength Collection“. Spannende Whiskys treffen hier auf (für mich) tolle Verpackung, die also auch als Geschenk was hermacht. Ein weiterer Gedanke wäre, dass man mit 100 Euro auch zwei Flaschen kaufen könnte und so zum Beispiel ein „Vertical“ Tasting machen kann. Zwei Tomatin zum Beispiel oder einfach einen 12er Glenfiddich und dann den 18er als Vergleich, in diese Richtung wäre auch etwas möglich.

Also, die Frage ist komplexer als sie aussieht und so ins Blaue schwer zu beantworten. Aber da ich es ja soll: Für einen Einsteiger würde ich zu einem GlenDronach 18 Jahre und einer Einladung zum Abendessen mit dem Restbetrag greifen. Für einen „Experten“ würde ich eine Mitgliedschaft bei der The Scotch Malt Whisky Society inklusive einer Abfüllung greifen. Das kostet zwar 110 Pfund, was etwas mehr ist als 100 Euro, aber eröffnet selbst langjährigen Whiskytrinkern noch mal eine ganz neue Welt!

Peter von Friends of Single Malt

Ich würde immer versuchen, ein wenig nachzufragen, wenn ich einen Whisky empfehlen soll. Aber falls das nicht möglich ist, kämen meine Empfehlung von Glenfiddich und hießen Age of Discovery für knapp 100 Euro und Project XX für etwa 45 Euro. Warum? Ich bin ein Freund von komplexen und rauchigen Whiskys, aber für Empfehlungen ohne Nachfragen ist das nicht so geeignet. Da kommen dann die klassischen Empfehlungen: Whiskys aus der schottischen Speyside. Bei der Preisklasse ist das etwas Harmonisches, das auf jeden Fall gefällt.

Tim von Mr Barleycorn Whisky Blog

Zu Weihnachten darf und sollte es ja schon etwas Besonderes sein, für den Schwiegervater erst recht. Ich würde eine Abfüllung wählen, die nicht alltäglich ist und trotzdem nicht überfordert. Zudem würde ich eine Abfüllung wählen, von der ich denke und weiß, dass sie toll ist. Keine Experimente also. Denke ich dann noch an Weihnachten, lande ich bei einem Bestimmten Geschmacksprofil: Gewürze, Orangen, Nüsse und Schokolade. Klingt nach Sherry :-) Um es kurz zu machen, ich würden einen Glengoyne 21 verschenken. Ein toller Whisky in einer tollen Aufmachung unter 100 Euro zu haben.

Jürgen von Talking about Whisky

Also wenn es etwas Dunkles, Kräftiges und Fruchtig-süßes sein soll, empfehle ich den Glendronach Allardice 18 Jahre. Wenn es etwas Leichteres, Heller-fruchtiges, Honigsüßes mit Vanille und Orange sein soll, wäre meine Empfehlung der Balvenie 12 Jahre Single Barrel. Und falls es ein Whisky mit dezentem Rauch und Vanille und dunklen Früchten sein darf, würde ich den Talisker Neist Point vorschlagen. Aber im Zweifel den Glendronach. Damit kann man nichts falsch machen.

Aaron von Drams United

Selbstverständlich müsste ich erst einmal nachfragen, was denn beim Schwiegervater sonst so im Regal steht und was ihm schmeckt. Natürlich muss ich auch erst einmal wissen, ob der Fragesteller seinen Schwiegervater überhaupt mag. Falls nicht, sollte er lieber einen günstigeren Whisky kaufen und genug überbehalten für einen guten Tropfen für sich selbst. Wenn ich aber völlig ohne Hintergrundwissen einen Whisky in dieser Preisklasse empfehlen soll, dann würde ich zum Port Charlotte MRC:01 raten. Früchte, gut eingebundener Rauch, Tabak, Schokolade Nüsse – dieser Whisky bietet einfach wahnsinnig viel und man kann sich einen ganzen Abend mit seinem Glas beschäftigen. Für mich einer der besten Whiskys des Jahres!

Chris von Schnaps.Blog

Ist Edradour noch die kleinste Whisky-Brennerei Schottlands? Ich dachte, ich hätte mal gelesen, sie sei es nicht mehr. Wie dem auch sei: Der Edradour 12 Caledonia ist meine Empfehlung für alle, die nicht genau wissen, was sie schenken sollen, wenn es um Whisky geht. Durch eine lange Lagerung in ehemaligen Sherry-Fässern ist er süß, hat aber trotzdem ein kräftiges Eichenarome aufgrund des langen Kontakts zum Holz. Er ist für mich die perfekte Balance aus lieblich und kräftig. Zum einen gibt es Anklänge von Rosinen, Vanille, Orangen, Pflaumen und Datteln, dann aber auch wieder die Würzigkeit von Pfeffer, Kaffee und dunkler Schokolade. Eine erstklassige Mischung und ein echter Genuss. Mit diesem Whisky macht man nichts falsch, wenn man den Geschmack des anderen nicht genau kennt.

Wisst ihr aber, dass der Schwiegervater ein Freund der rauchigen Whiskys ist, empfehle ich immer gerne den Connemara 12 Jahre, der wie der Edradour bei rund 50 Euro liegt. Der Ire ist für mich eine gute Kombination aus dezentem Rauch und einer feinen Fruchtigkeit. Bisher hat sich noch niemand beschwert, dem ich den Connemara empfohlen habe.

Die Antworten sind nach der zeitlichen Reihenfolge ihres Eintreffens sortiert.

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