Hochprozentige Start-Ups: So krempeln junge Firmen die Schnaps-Branche um

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Spirituosen Start-Ups

Wer den Begriff „Start-Up“ hört, denkt wohl oft an nerdige IT-Unternehmen vorzugsweise aus dem Silicon Valley oder irgendeiner hippen Ecke in Fernost. Doch in der Schnaps-Branche gibt es ebenfalls junge Unternehmen mit spannenden Ideen und Produkten – und das auch in Deutschland. Vier hiesige Spirituosen-Start-Ups möchte ich euch vorstellen.

Cocktail-Komplett-Set für zu Hause

In meiner Jahresvorschau für 2017 habe ich ja schon geschrieben, dass der Trend zum Selbermachen in Sachen Cocktails klar erkennbar ist. Immer mehr Leute finden Gefallen daran, zu Hause den Hobby-Bartender zu geben und mit Spirituosen und sonstigen Zutaten zu experimentieren. Für einen schnellen Einstieg helfen die Cocktail-Sets von Home Cocktails.

Das Unternehmen aus Hamburg bietet aktuell 17 Sets an, mit denen sich jeweils ein Cocktail zubereiten lässt. So gibt es etwa ein Set für zehn Negroni, den Klassiker aus Gin, Wermut und Campari, das 60 Euro kostet. Im Paket liegen sogar drei Orangen. Wer auf Longdrinks steht, erhält beispielsweise mit der Gin Tonic-Box die Möglichkeit, sieben Drinks herzustellen. Der Inhalt: eine Flasche Tanqueray Gin (0,35 Liter), sieben Flaschen Thomas Henry Tonic (à 0,2 Liter) und zwei Limetten. Kosten: 40 Euro. Dazu gibt es immer eine Anleitung für die Zubereitung. Nur Eiswürfel gehört nicht zum Lieferumfang, darum muss man sich schon selber kümmern.

Gin selber bauen

Apropos Selbermachen: Schnaps-Freunde gehen mit Private Gin sogar noch einen Schritt weiter und stellen eine der wichtigsten Cocktail-Zutaten selber her – nämlich Gin. Die Anbieter der Ship it GmbH aus Rodgau bei Frankfurt bieten ein Set an, das sie als Gin-Baukasten bezeichnen. Denn damit kreiert man tatsächlich seinen eigenen Gin. Dabei kommt dem Ganzen zu Gute, dass es neben dem London Dry Gin – der sich an genaue Vorgaben halten muss – inzwischen auch zahlreiche weitere Gin-Gattungen gibt, die einfach durch Mazeration in Alkohol und ohne weitere Destillation entstehen.

So funktioniert es auch bei Private Gin: Im Set enthalten sind 40-prozentiger Neutralalkohol sowie acht verschiedene Gewürze – Botanicals genannt. Diese legt man nach eigenem Geschmack in den Alkohol ein und lässt diesen ziehen (eine Anleitung ist dabei). Anschließend filtert man das Mazerat und füllt es ab. Filter, Trichter und Flasche liegen ebenfalls bei. Für knapp 50 Euro gibt es den kompletten Baukasten in einer netten gestalteten Box – auch eine Geschenkidee für die zahlreichen Gin-Fans da draußen.

Schnaps aus der Dose

Ravioli aus der Dose? Kennt jeder, gibt’s überall zu kaufen. Aber Spirituosen aus der Dose? Das ist eher ungewöhnlich. Genau darauf hat sich aber Tin Spirits aus Mannheim spezialisiert. Der Anbieter verkauft die unterschiedlichsten Schnäpse in 4 cl großen Konservendosen. Aktuell stehen 33 Brände und Liköre zur Auswahl – darunter Haselnussschnaps, Traubenbrand, Kastanienlikör und Amaretto Edelkirsch.

Auf Wunsch und gegen Aufpreis (oder kostenlos ab einer Bestellung von 100 Dosen) gibt es individuell gestaltet Labels. Eine Dose kostet 3,49 Euro (zzgl. Versand). Eine spaßige Sache für Partys. Ich persönlich hätte mir allerdings gewünscht, dass die Dosen nicht aussehen wie Katzenfutterdosen, sondern eher wir Mini-Ravioli-Dosen.

Privates Tasting veranstalten

Ein Whisky-, Rum- oder Gin-Tasting daheim durchzuführen – auch das wird bei immer mehr Menschen zu einem beliebten Zeitvertreib am Abend oder Wochenende. Die Auswahl passender Spirituosen kann aber viel Zeit, der Kauf der entsprechenden Flaschen noch mehr Geld kosten. Dieses Dilemma möchte Tastillery aus Hamburg lösen. Dort gibt es aktuell fünf verschiedene Probiersets mit ganz unterschiedlichen Spirituosen, die aber thematisch irgendwie zusammenpassen.

Ein Set enthält fünf Flaschen mit je 5 cl Inhalt, was für zwei bis drei Personen ausreichen soll. Außerdem gibt es eine Art Anleitung für die Verkostung und natürlich Infos zu den jeweiligen Spirituosen. Das Ganze kommt in einer stabilen Pappbox mit Magnetverschluss und kostet 39 Euro pro Set (zzgl. Versand).

Ich hatte selbst schon die Chance eines dieser Verkostungssets zu testen. Meinen Bericht dazu lest ihr hier.

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Fazit

Cocktails-Sets für zu Hause, Gin zum Selbermachen, Schnaps in Dosen oder Probiersets für das private Tasting – das sind nur vier Beispiele für junge Unternehmen, die mit kreativen Ideen den aktuellen Trend zu hochwertigen Spirituosen sowie Cocktails ausnutzen und neuen Wind in die Branche bringen. Auf Schnaps.Blog werde ich sicher auch in Zukunft über entsprechende Start-Ups berichten.

2 Kommentare

  1. Toller Artikel! :) Danke! PrivateGin kannte ich noch nicht. Was ihr vielleicht noch nicht kennt ist der Liquid Director – ein Gin Abo mit Lieferung nach Hause! Bin ich letztens auf Facebook drüber gestolpert. Liebe Grüße aus Düsseldorf.

    1. Hallo Marco, danke für den Hinweis. Liquid Director kannte ich tatsächlich noch nicht. Mit abonauten.de gibt es seit Kurzem was ganz ähnliches. Ich muss mir diese ganzen Abo-Anbieter wohl noch mal genauer anschauen :-)

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