Glina Whisky: Wie schmeckt der deutsche Single Malt aus Brandenburg?

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Glina Whisky Tasting

Seit über zwei Jahren habe ich eine kleine Flasche Glina Whisky ungeöffnet im Schrank stehen. Es handelt sich um einen deutschen Single Malt aus Brandenburg. Es wird Zeit für ein Tasting.

Whisky aus Deutschland? Längst nix Neues! Da gibt es die nationalen Größen wie Slyrs, Glen Els, Spreewood Distillers und St. Kilian. Aber eben auch sehr viele kleinere Brennereien, die Whisky machen. Eine davon: Glina aus Werder an der Havel in Brandenburg. In Werder bin ich tatsächlich schon mehrmals gewesen, in der Destille aber noch nicht. Habe ich mir aber schon fürs nächste Mal notiert.

Die Leute von Glina stellen ihren Whisky mit stark lokalem Bezug her. Heißt konkret: Die Gerste kommt von den eigenen Feldern, das Wasser aus einem eigenen Brunnen. Die Fässer macht ein Küfer aus der Region mit Eichenholz aus dem Spessart, der jetzt zugegebenermaßen nicht in der Region liegt. Ebenfalls nicht aus der Region kommen zugekaufte Bordeaux-, Sherry- und Portwein-Fässer, um den Whisky für einen besonderen Fasseinfluss darin reifen zu lassen.

Im Glas habe ich einen dreijährigen Single Malt Whisky, der vom 30.10.2013 bis zum 31.1.2017 in einem ehemaligen Bordeaux-Fass vom französischen Weingut Château Clos Fontaine lagerte. Es handelt sich um eine Single-Cask-Abfüllung. Inzwischen gibt es ihn auch als Fünfjährigen, ebenfalls Single Cask.

Ich weiß nicht mehr, was die 100-ml-Flasche gekostet hat, die ich damals im KaDeWe in Berlin gekauft habe. Der heute fünfjährige Glina aus dem Bordeaux-Fass kostet 13 Euro für 100 ml und 40 Euro für 500 ml. Der Alkoholgehalt liegt unverändert bei 43 Prozent. Glina ist übrigens der slawische Name für Glindow, einen Ortsteil von Werder. Slawen sollen dieses Gebiet das erste Mal besiedelt haben.

Glina Whisky Tasting: So schmeckt der Brandenburger

Farbe: Ich finde den Glina Whisky* für eine gerade mal dreijährige Abfüllung recht dunkel. Da der Hersteller nicht nachfärbt, hatte das Fass demnach einen ordentlichen Einfluss in der kurzen Zeit.

Nase: Frisches Vollkornbrot rieche ich als erstes und das Aroma bleibt die ganze Zeit über sehr präsent. Dazu kommen Rooibos-Vanille-Tee, dunkler Agavendicksaft und ein Hauch von morschem Holz.

Mund: Ich schmecke Honig, Nüsse und Cornflakes, da muss ich sofort an Kellogg’s Crunchy Nut (gibt’s die noch?) denken. Dazu Schwarzbrot mit Rübenkraut und dunkle Marmelade – sowas wie Schwarze Johannisbeere.

Abgang: Der Single Malt bleibt relativ lang und trocken am Gaumen zurück.

Fazit: Hat sich doch gelohnt, dass ich die Flasche endlich mal aufgemacht habe. Die trockenen, nussigen und brotigen Aromen gefallen mir sehr gut. Für einen gerade mal dreijährigen Whisky ist der Glina ziemlich vollmundig und kräftig, dabei aber nicht alkoholisch. Der deutsche Whisky aus Brandenburg schmeckt mir!

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