Game of Thrones-Tasting: Wie schmeckt der Whisky aus Westeros?

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Game of Thrones Whisks Tasting:

Ich bin großer Fan von Game of Thrones (GoT) und noch größerer Fan von gutem Whisky. Als ich die Chance hatte, die spezielle GoT-Reihe von Diageo bei einem Whisky-Tasting kennenzulernen, war ich sehr gespannt – wurde aber enttäuscht.

Themenabend: Game of Thrones-Whisky

Bei Jan Maaßen von Spirit Tastings (links im Foto) bin ich sozusagen Stammgast. Seine Whisky- und Rum-Tastings in Rheinbach besuche ich immer wieder gerne. Nicht ganz alltägliche Themen wie „Finish im Bierfass“ oder „Whisky vs. Rum“ sprechen auch den fortgeschrittenen Genießer an. Für das Game of Thrones-Tasting hatte er sich den Slogan „Whisky is coming“ überlegt – wie passend!

Ort des Geschehens am vergangenen Samstag war übrigens das Fruchtgummi-Geschäft „Tony`s World of Gummy Bears“ in Rheinbach. Inhaber Daniel Seiler (rechts im Foto) hatte sich für den Abend etwas Besonderes ausgedacht: Whisky-Cola-Fruchtgummi, das nicht nur verblüffend nach Whisky mit Cola geschmeckt hat, sondern auch noch ordentlich Umdrehungen hatte – immerhin 11 Prozent. Don’t eat gummi bears and drive ;-)

Aber zum Thema: Zum Start der letzten Staffel von Game of Thrones im April hat Diageo, einer der größten Spirituosenkonzerne der Welt und Besitzer zahlreicher Destillen, eine spezielle Whisky-Reihe auf den Markt gebracht. Acht Abfüllungen aus acht schottischen Whisky-Brennereien hat man sich ausgesucht und jeweils einem der Großen Häuser, also den großen Adelsgeschlechtern in Westeros, sowie der Nachtwache von Castle Black zugeordnet.

Die Game of Thrones-Whiskys im Überblick

  • Cardhu Gold Reserve
    Haus Targaryen / Alkohol: 40% / UVP: 54,99 Euro
  • Dalwhinnie Winter’s Frost
    Haus Stark / Alkohol: 43% / UVP: 54,99 Euro
  • Singleton of Glendullan Select
    Haus Tully / Alkohol: 40% / UVP: 39,99 Euro
  • Royal Lochnagar 12 Jahre
    Haus Baratheon / Alkohol: 40% / UVP: 39,90 Euro
  • Oban Bay Reserve
    Nachtwache / Alkohol: 43% / UVP: 74,99 Euro
  • Talisker Select Reserve
    Haus Greyjoy / Alkohol: 45,8% / UVP: 54,99 Euro
  • Lagavulin 9 Jahre
    Haus Lannister / Alkohol: 46% / UVP: 74,99 Euro
  • Clynelish Reserve (nicht probiert)
    Haus Tyrell / Alkohol: 51,2% / UVP: 54,99 Euro

Schicke Whisky-Flaschen, viel GoT-Blabla!

Ich will hier aber gar nicht allzu detailliert auf Game of Thrones eingehen (dafür reicht der Platz nicht ;-)) und spare mir auch das ganze Marketing-Gerede, warum man diesen oder jenen Whisky gerade diesem oder jenem Großen Haus zugeordnet hat. Bei einigen mag es einigermaßen hinhauen (der Talisker Select Reserve von der Insel Skye mag zum Seefahrervolk des Hauses Greyjoy passen), bei den meisten ist die Verbindung allerdings arg weit hergeholt.

Game of Thrones Whisky Tasting

Ok, ganz kurz muss ich dann doch noch was zum Marketing sagen: Das Flaschen- bzw. das Etiketten-Design gefällt mir sehr gut. Die Wappen der jeweiligen Häuser zieren die ansonsten recht minimalistischen, aber edel gestalteten Labels. Die Flasche der Nachtwache – der Oban Bay Reserve – ist ein besonderer Hingucker: Sie ist komplett in Schwarz gehalten und der Eid der Bruderschaft ist auf dem Etikett abgedruckt. Kurzum: Die Flaschen der GoT-Reihe machen sich ganz gut im Regal. Und ich hatte schon vor dem Tasting die Vermutung, dass genau das bei der ganzen Sache Priorität hatte.

Wie schmeckt der Game of Thrones-Whisky?

Denn die Whiskys selbst – sorry, dass ich das sagen muss – finde ich nicht besonders spannend. Ich packe allesamt in die Kategorie „Einsteiger-Whisky“ – vor allem die Abfüllungen von Cardhu, Dalwhinnie, Singleton of Glendullan, Royal Lochnagar und Oban. Sie liefern die für Highland- und Speyside-Abfüllungen typischen Aromen von Apfel, Honig, Vanille und etwas Zitrus sowie einen milden, kurzen Abgang. Das tut niemandem weh. Das kann man gut trinken. So ähnlich riechen und schmecken hunderte von anderen Whiskys aus Schottland.

Der eine hat mal einen Hauch von Rauch im Mund (Oban), der andere vielleicht einen Touch von kandiertem Apfel in der Nase (Royal Lochnagar) oder etwas Pfefferschärfe im Abgang (Singleton of Glendullan). Doch im Großen und Ganzen: unspektakulär.

Game of Thrones Whisky Tasting

Das trifft leider auch auf die beiden rauchigen Vertreter der Reihe zu. Sie sind vielleicht wegen der dominanten Torfnote keine klassischen Einsteiger-Whiskys, aber besonders aussagekräftig fand ich sie ebenfalls nicht. Der Lagavulin 9 Jahre ist noch der interessanteste in der Reihe. Aber auch angesichts des fast schon unverschämten Preises von 75 Euro (UVP), rate ich dringend zum Lagavulin 16*. Der ist spannender und auch noch günstiger.

Nicht probiert? Nichts verpasst!

Apropos Preis: Dass es sich beim Cardhu Gold Reserve und beim Royal Lochnagar um normale Standardabfüllungen handelt, die aber in der Game of Thrones-Flasche mal eben 10 bis 20 Euro mehr kosten als in der Standardflasche, ist schon lachhaft. Von den Preisen, die die Flaschen inzwischen auf dem Sekundärmarkt erreichen, will ich gar nicht erst sprechen. So läuft das eben mit limitierten Sonderedition, die auch noch was mit Game of Thrones zu tun haben. Das unterstreicht aber meine Meinung, dass diese Whiskys sich nicht an Whisky-Fans – schon gar nicht an erfahrene – richten, sondern an Freunde der TV-Serie. Den Clynelish Reserve muss ich übrigens von der Kritik ausnehmen, weil er an diesem Abend leider nicht zur Verfügung stand. Ich habe ihn also bisher nicht probiert. Wenn ich mir die Bewertungen auf whiskybase.com anschaue, dürfte diese Abfüllung aber ebenfalls … tja … ganz ok sein. So wie die anderen eben auch.

Vor dem Tasting habe ich gedacht: Sehr schade, dass viele dieser Flaschen wahrscheinlich ungeöffnet in den Regalen von Game of Thrones-Fans verstauben. Nach dem Tasting denke ich: Ist halb so wild.

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