Schnaps.Blog

just about booze

  • GETRUNKEN
  • GEMIXT
  • GETESTET
  • GELESEN
  • GEFILMT
  • GENERELLES

Cocktail-Rezepte
Angostura Bitters: In diese Cocktails kommen nicht nur ein paar Spritzer

15. Juni 2019 // Chris 4 Kommentare

  • teilen 
  • twittern 
  • teilen 
  • merken 
  • E-Mail 
  • drucken 

Cocktails mit Angostura BittersNur ein, zwei Spritzer Angostura Bitters, um dem Cocktail den letzten Schliff zu geben? Kann ja jeder! Ich habe nach Rezepten gesucht, in denen Angostura Bitters die Haupt- oder zumindest eine gewichtige Nebenrolle spielt. Klingt erstmal ungewohnt, funktioniert aber erstaunlich gut.

Cocktail-Bitters werden oft mit dem Salz in der Suppe verglichen. Sie runden den Drink ab, verleihen ihm Tiefe und das gewisse Etwas. Meist kommen ein oder zwei, höchstens mal drei Spitzer in den Shaker oder als Topping auf den fertigen Cocktail. Heute nicht! Ich möchte euch drei Cocktailrezepte vorstellen, in denen die Bitters einen viel größeren Anteil am Gesamtvolumen haben.

Inzwischen gibt es Bitters fast wie Sand am Meer. Vor allem die Marken The Bitter Truth* und Fee Brothers* sind ziemlich breit aufgestellt: Olive, Kardamom, Tonic, Walnuss, Pfirsich, Schokolade, Rhabarber, Pflaume – ich könnte die Liste noch sehr lange fortsetzen. Allerdings: Der Klassiker und bei weitem populärste Cocktail-Bitter kommt nach wie vor von Angostura. Verlangt ein Rezept nach einem Bitter, sind in der Regel die Angostura Aromatic Bitters gemeint (s. Foto oben).

Angostura Bitters: Wer hat’s erfunden?

Angostura BittersAngostura Bitters haben die Aufs und Abs der Cocktail- und Bar-Welt unbeschadet überstanden. Anfang des 19. Jahrhunderts hat der deutsche Arzt Johann Gottlieb Benjamin Siegert das Rezept zunächst als Medizin entwickelt. Siegert war damals als Arzt im Lazarett des südamerikanischen Freiheitskämpfers Simón Bolívar in der damaligen venezolanischen Stadt Angostura stationiert. Ich will hier nicht mit zu viel Geschichte langweilen. Jedenfalls ging die bittere Medizin als Cocktailzutat steil und soll noch heute nach dem Originalrezept hergestellt werden. Man findet Angostura Bitters in jeder Bar und fast jedem Supermarkt. Angeblich kennen aber nur fünf Personen auf diesem Planeten die genaue Zusammensetzung der Tinktur.

Das für die Flasche zu groß geratene Etikett ist ein Markenzeichen, beruht aber auf einem Versehen. Die Legende besagt, dass man damals irrtümlich die falschen Etiketten bestellt hatte. Es war aber keine Zeit mehr, das zu ändern. Also ging die Charge mit nach oben überstehendem Papier raus. Dabei sind die Hersteller dann einfach geblieben, um einen Wiedererkennungswert zu schaffen. Hat geklappt.

» Angostura Bitters bei Amazon kaufen*

Cocktail-Rezepte mit Angostura Bitters

Jetzt aber zu den drei Rezepten, die ich euch vorstellen möchte und die ich allesamt nachgemixt habe. Am besten hat mir dabei ganz klar der Trinidad Sour gefallen – und mit dem geht’s auch los.

Trinidad Sour (von Giuseppe González)

Trinidad Sour Dieser Cocktail ist viel weniger bitter, als man es vielleicht erwartet, wenn man die Zutatenliste sieht. Er ist sehr vollmundig, cremig und hat einen ganz ganz kleinen Hauch von Weihnachten (keine Sorge: das funktioniert trotzdem auch im Sommer). Ich war nach dem ersten Schluck sofort angetan von diesem Drink. Ein Hammerrezept!

  • 3 cl Angostura Bitters
  • 3 cl Orgeat (Mandelsirup)
  • 1,5 cl Rye oder Bourbon (z.B. Baker’s 7)
  • 2 cl Zitronensaft

Alle Zutaten im Shaker mit Eis ordentlich schütteln und doppelt in ein Glas ohne Eis abseihen.

Johann Goes to Mexico (von Josey Packard)

Johann Goes to Mexico Dieser Cocktail kombiniert Angostura Bitters (Johann) mit rauchigem Mezcal (Mexico). Dabei spielt allerdings der Mezcal die Hauptrolle, was dem Drink aber kaum schadet – im Gegenteil. Er ist sehr komplex, leicht cremig, rauchig und trotzdem erfrischend. Ebenfalls ein super Rezept.

  • 4,5 cl Mezcal (z.B. Alipus San Luis)
  • 1,5 cl Angostura Bitters
  • 1,5 cl Zitronensaft
  • 1,5 cl Zuckersirup

Alle Zutaten im Shaker mit Eis ordentlich schütteln und doppelt in ein Glas ohne Eis abseihen.

Angostura Colada (von Zac Overman)

Angostura Colada Mit Kokosmilch und Ananassaft – da weiß man schon, wo die Reise hingeht. Die Piña Colada lässt grüßen. Dank des hohen Anteils an Angostura Bitters wird es aber nicht so klebrig-süß wie beim Original. Und dank des Overproof-Rums ist das Ding auch knackig.

  • 4,5 cl Angostura Bitters
  • 1,5 cl Overproof Rum (z.B. Our Rum & Spirits Jamaican Rum 3 Jahre)
  • 6 cl Ananassaft
  • 4,5 Kokosmilch
  • 3 cl Limettensaft

Alle Zutaten im Shaker mit Eis ordentlich schütteln und in ein Glas mit Crushed Ice abseihen.

*Wenn ihr ein Produkt über diesen Link kauft, erhalte ich eine Provision vom jeweiligen Shop. Das hilft mir, diesen Blog zu finanzieren. An eurem Preis für das Produkt ändert sich dadurch nichts.
(Visited 181 times, 1 visits today)

Kategorie: gemixt Stichworte: angostura, bitters, cocktails

Kommentare

  1. Kristina meint

    15. Juni 2019 um 15:39

    Wow, Christian! Ein super interessanter Artikel. Was es nicht alles gibt :)

    Antworten
    • Chris meint

      16. Juni 2019 um 20:56

      Tja, da guckste, was? Vielen Dank :-)

      Antworten
  2. SissiS Possenhofen meint

    15. Juni 2019 um 15:52

    Super Rezepte!!!

    Antworten
    • Chris meint

      16. Juni 2019 um 20:56

      Vielen Dank! Viel Spaß beim Nachmixen :-)

      Antworten

Schreibe einen Kommentar Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Folge Schnaps.Blog

Die beliebtesten Artikel im Blog

  • Haltbarkeit von Spirituosen: Offenen Schnaps, Likör & Co. richtig lagernHaltbarkeit von Spirituosen: Offenen Schnaps, Likör & Co. richtig lagern
  • Curaçao, Triple Sec, Cointreau, Grand Marnier: Wo liegt der Unterschied und was sind die Alternativen?Curaçao, Triple Sec, Cointreau, Grand Marnier: Wo liegt der Unterschied und was sind die Alternativen?
  • Roter Wermut im Test: Martini, Cinzano, Noilly Prat & Co. im VergleichRoter Wermut im Test: Martini, Cinzano, Noilly Prat & Co. im Vergleich
  • Alkoholfreier Gin: Wie schmecken Seedlip, Wonderleaf, Herbie & Co.?Alkoholfreier Gin: Wie schmecken Seedlip, Wonderleaf, Herbie & Co.?
  • Die perfekte Hausbar (Teil 1): Welcher Schnaps soll's sein?Die perfekte Hausbar (Teil 1): Welcher Schnaps soll’s sein?

Über mich

chrisBegeisterter Hobby-Mixologe, Genießer hochwertiger Spirituosen, Freund bedeutungsloser Fachsimpeleien über Sherrynoten und tertiäre Aromen – das ist der Mensch hinter Schnaps.Blog. Kontakt über mail@schnaps.blog. Wer noch mehr wissen will, klickt auf it-journalist.net.

Schlagwörter

alkoholfrei aquavit ausgießer bar blogwatch bücher chartreuse cocktails Cointreau Curaçao geschenke gin glenfiddich Grand Marnier grappa haltbarkeit interview korn lagerung likör mezcal negroni obstbrand obstler portionierer rezension rezepte rum schnaps scotch universe shaker single malt sour spirituosen tasting tequila test Triple Sec verkostung video wermut whiskey whisky wodka zitronensaft

Kategorien

  • gefilmt
  • gelesen
  • gemixt
  • generelles
  • getestet
  • getrunken

Das Kleingedruckte

  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • Teilnahmebedingungen für Gewinnspiel
  • Kooperationen & Mediadaten

Copyright © 2019 · Metro Pro On Genesis Framework · WordPress · Anmelden

 
Diese Webseite nutzt Cookies.
Weitere Infos in der Datenschutzerklärung.
OKDatenschutzerklärung