Bruichladdich Black Art 8.01: Die neue Islay-Abüllung im Tasting

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Whisky-Tasting Bruichladdich Black Art 8.01

Von Bruichladdich und Head Distiller Adam Hannet gibt es eine neue Ausgabe des Black Art: Der Bruichladdich Black Art 8.01. Ich hatte die Chance, den Top-Secret-Whisky zu probieren.

Die Whisky-Brennerei von der schottischen Insel Islay macht mit der Black-Art-Serie seit 2009 einen auf „streng geheim“. Das Geheimnis sind die verwendeten Fasstypen, in denen der Whisky reift. Angeblich kennt nur Chefbrennmeister Adam Hannet persönlich die Wahrheit. Keine Verschlusssache ist hingegen das Alter: Der Black Art 8.01 von 2020 reifte stolze 26 Jahre auf Islay. Er wurde 1994 gebrannt und angefüllt. Da war ich gerade zwölf Jahre alt. Lang lang ist’s her ;-) Diese Abfüllung gehört damit wieder zu den etwas älteren Black Arts. Das schwankt jedes Jahr zwischen 19 und 26 Jahren. Der Black Art 07.1 aus dem letzten Jahr hatte 25 Jahre auf dem Buckel, der Black Art 06.1 von 2018 wiederum 26 Jahre.

Der nicht-torfige Whisky (ja, das gibt es auf Islay auch) kommt ohne Kühlfilterung und Farbstoff, dafür aber mit 45,1 Prozent Alkohol in die Flasche – gute Trinkstärke also. Die Abfüllung ist auf 12.000 Flaschen limitiert. Eine Flasche mit 0,7 Litern Inhalt kostet 325 Euro. Das ist natürlich kein Pappenstiel, aber wegen der Kombination aus hohem Alter und beliebter Brennerei durchaus realistisch.

Tasting des Bruichladdich Black Art 8.01

Whisky Tasting Bruichladdich Black Art 8.01

Geruch: Eine fruchtig-süße Mischung aus Äpfeln, Mandarinen, Trauben und einem Hauch Ananas fällt mir zuerst auf. Dazu kommt Gebäck; frischer Streusel, Butterkeks und Vanillekipferl vielleicht. Alles in allem ist der Geruch aber eher dezent und zurückhaltend. Was mich etwas stört, ist ein leicht alkoholisches Stechen – selbst nachdem ich das Glas zehn Minuten habe stehen lassen. Das finde ich für 45,1 Prozent überraschend.

Geschmack: Die Mischung aus fruchtiger Süße und Backwaren finde ich auch im Mund wieder: Honigwaffeln, rote Äpfel, Mirabellen und Butterkekse mit dunkler Schokolade – das sind meine Assoziationen. Ich schmecke weniger Eiche als ich bei 26 Jahren im Fass erwartet hätte. Was ich ebenfalls nicht erwartet hätte: Wieder eine alkoholische Schärfe. Ich habe den Whisky an drei Abenden probiert, weil ich zuerst dachte, es liegt vielleicht an meiner Tagesform. Aber der Alkohol blieb immer deutlich spürbar. Kenne ich persönlich von Abfüllungen mit dieser „geringen“ alkoholstärke gar nicht.

Abgang: Im Nachklang kommt dann doch das Holz zum Vorschein und die Fruchtigkeit weicht. Zurück bleibt ein cremiges Mundgefühl mit einer leicht bittersüßen Note – wie bei etwas dunklerer Zartbitterschokolade.

Fazit: Der Black Art 8.01 hat einiges zu bieten, immerhin ist es keine x-beliebige Standardabfüllung. Aber ehrlich gesagt bietet er aromatisch weniger, als ich erwartet hätte. Es ist ohne Zweifel eine gute Abfüllung, aber meiner Meinung nach nichts außergewöhnlich Besonderes. Dafür ist er mir einfach zu rückhaltend. Mir fehlt es – gerade bei diesem Preis – an Ausdrucksstärke. Und über allem schwebt diese für mich unerklärliche Alkoholnote. Das ist kein Drama. Ich rede hier nicht von „sprittig“ oder dergleichen. Aber auffallend und überraschend fand ich es schon.

Wichtiger Hinweis: Ein Sample des Bruichladdich Black Art 8.01 wurde mir vom Hersteller/Anbieter kostenlos zur Verfügung gestellt. Einfluss auf den Inhalt meines Artikels hat der Anbieter jedoch nicht genommen. (Foto: Eggers & Franke GmbH ∙ Reidemeister & Ulrichs GmbH)

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