Gin, Möhre, Haselnuss: Dreimal Sauerländer Edelbrennerei im Glas

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Sauerländer Edelbrennerei Gin, Haselnuss-Spirituose, Möhrenbrand

Die Sauerländer Edelbrennerei macht spannenden Stoff. Das habe ich schon beim Tasting des Heugeistes herausgefunden – und jetzt schon wieder festgestellt. Im Glas hatte ich einen Gin, einen Möhrenbrand und eine Haselnuss-Spirituose.

Die Brennerei aus dem sauerländischen Rüthen verkauft ihre Produkte nicht nur in großen Flaschen, sondern auch als Probiergröße in Reagenzgläsern mit je 2 cl Inhalt (s. Foto). Bei meinem Kurzurlaub im Sauerland vor einiger Zeit habe ich in einer Wein- und Spirituosenhandlung in Brilon drei Pröbchen eingepackt – und am selben Abend verkostet. Wie hat es mir geschmeckt?

Gin

Der Gin wird mit Wachholder aus der Region sowie Koriander, Zitrone, Orange und weiteren neun Botanicals hergestellt. Welche das noch sind, weiß ich leider nicht. Er liegt nach der Destillation noch für ein halbes Jahr in einem ehemaligen Grand-Marnier-Fass, daher die ganz leichte Färbung. Abgefüllt mit 45 Prozent Alkohol kostet die 0,5-Liter-Flasche knapp 35 Euro.

Geruch: In der Nase habe ich zunächst einmal Gin-typisch reichlich Wachholder. Dazu kommt ein blumiges und süßes Aroma, das mich an Vanille und Honig erinnert.

Geschmack: Der Gin ist trotz der 45 Prozent sehr mild. Ich schmecke eine leichte Süße von Karamell und Orange, die Wachholdernote liegt aber immer gut wahrnehmbar im Hintergrund. Und nochmal: Extrem mild!

Fazit: Ein toller Gin mit einem milden und fruchtigen Charakter, der aber auch eine deutliche Wachholdernote aufweist. Ein gelungen Kombination.

Möhrenbrand

Einen Möhrenbrand hatte ich noch nie im Glas. Das gehört schon eher in die Kategorie „nicht alltäglich“. Für den Brand verwendet die Sauerländer Edelbrennerei frische Möhren von den umliegenden Bauern. Nach der Destillation lagert „die Möhre“ noch für etwa acht Monate in Edelstahltanks. Der halbe Liter kostet 30 Euro. Alkohol: 40 Prozent.

Geruch: Ich habe wirklich Möhre in der Nase, aber auch einen Hauch Zuckerrübe – und tatsächlich etwas erdig-muffige Gartenlaube.

Geschmack: Im Mund schlägt die Möhre voll durch. Aber es ist kein reiner Karottensalat, sondern Paprika und Tomate ist auch dabei. Süß, grasig, erdig, gemüsig – das sind meine Assoziationen. Beim Abgang denke ich an nasses Holz.

Fazit: Der Möhrenbrand ist ein echt spannendes Destillat, davon würde ich mir glatt eine große Flasche zulegen.

Haselnuss-Spirituose

Die Haselnuss-Spirituose mit 38 Prozent Alkohol gibt es als klare, ungereifte Version und als fassgelagerte Variante mit einem leichten Farbstich. Ich hatte die ungelagerte Spirituose und fand sie sehr intensiv und fast schon likörartig – überraschend. Wie ich allerdings später herausgefunden habe, fügt die Sauerländer Edelbrennerei eine kleine Menge Zucker hinzu. 0,5 Liter kosten 20 Euro.

Geruch: Es strömt ein sehr intensives Haselnussaroma aus dem Glas. Der Geruch ist süßlich und sehr voll.

Geschmack: Ich hatte ehrlich gesagt nicht mit so einem dominanten Haselnussaroma gerechnet, das unterstrichen wird von Süße. Es hat schon was von Nougat und Schokolade, schmeckt aber auch ein wenig holzig.

Fazit: Wer einen kernigen Haselnussbrand erwartet, ist hier falsch. Ich würde sagen, die Haselnuss-Spirituose geht eher in die Likörrichtung, ohne dort aber ganz anzukommen. Ich finde das sehr gelungen, weil es süß und sehr haselnussig, aber nicht so pappig-klebrig ist.

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