Die perfekte Hausbar (Teil 2): Shaker, Barmaß, Sieb & Co.

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Grundausstattung Hausbar Werkzeug

Es gibt Cocktails, für die ihr nicht zwingend spezielles Barzubehör braucht. Einen Martini bekommt ihr streng genommen auch einfach nur mit einem Löffel und einem Schnapsglas zum Abmessen hin. Doch wer häufiger mal einen Cocktail mixt, sollte sich eine gewisse Grundausstattung für die Heimbar zulegen. Welches Werkzeug ich zu Hause nutze, zeige ich euch hier. Nicht alles davon braucht man unbedingt. Ich gebe jeweils eine Einschätzung.

Welcher Schnaps soll’s sein: Teil 1 der Artikelserie „Die perfekte Hausbar“

Shaker: Ohne geht’s nicht

Shaker

Das wichtigste Utensil in einer Bar – egal ob professionell oder daheim – ist und bleibt der Cocktailshaker. Alle Zutaten zusammen mit Eis (manchmal auch ohne) in einem Shaker ordentlich durchzuschütteln, ist bei der Zubereitung sehr sehr vieler Cocktails ein Muss. Im Handel findet ihr in der Regel drei verschiedene Arten von Shakern. Gerade unter Hobby-Mixologen ist der dreiteilige so genannte Cobbler Shaker (s. oben) weit verbreitet, weil er oft günstig zu haben und einfach zu nutzen ist. Auch ich benutze einen. Er besteht aus einem Becher, einem Aufsatz mit integriertem Sieb und eine Verschlusskappe, die alle dicht aufeinander sitzen. Die Handhabung ist besonders einfach, weil ihr kein Barsieb (Strainer) benötigt, um den geschüttelten Drink ins Glas zu gießen – das Sieb ist ja schon eingebaut.

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Boston Shaker: Der mit dem Glas

Boston Shaker

Nicht ganz so leicht lässt sich der so genannte Boston Shaker bedienen, der aber von Profis besonders gerne genutzt wird. Dieser besteht aus zwei etwa gleich großen Bechern: einer aus Metall, der andere meist aus Glas (zweimal Metall gibt’s aber auch). Der Glasbecher lässt sich in den Metallbecher stecken, so dass das Ganze dicht ist. Nach dem Schütteln benötigt ihr aber ein Barsieb (s. unten), wenn ihr nicht wollt, dass das Eis und eventuell Obstkerne und weitere Kleinteile im Gästeglas landen. Der Einsatz des Boston Shakers erfordert etwas Übung, damit sich der Inhalt nicht über die eigenen Klamotten und die Theke ergießt. Vor allem das Zusammenstecken und Öffnen ist nicht so einfach wie beim Cobbler Shaker. Ich weiß da leider, wovon ich rede, meistens hat es aber ganz gut funktioniert.

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Eine Mischung aus Cobbler und Boston Shaker ist der so genannte French Shaker. Er sieht auf den ersten Blick aus wie der dreiteilige Shaker, allerdings gibt es keine Verschlusskappe und kein integriertes Sieb – der Strainer muss also wieder her. Er ist komplett aus Metall. Apropos: Ihr sollte darauf achten, dass die Metallteile des Shakers aus rostfreiem Edelstahl bestehen. Das ist hygienisch, einfach sauber zu machen und – naja – rostet nicht. Das gilt übrigens für die meisten Zubehörteile in der Hausbar.

Barmaß/Jigger: Sehr hilfreich

Barmaß

Klar, ein Schnapsglas mit 2 cl (2 Zentiliter = 20 Milliliter) Inhalt reicht im Grund aus, um die Zutaten laut Cocktailrezept einigermaßen richtig abzumessen. Aber ein echtes Barmaß – auch Jigger genannt – erleichtert die Arbeit hinter der Theke schon etwas. Mit den klassischen Messbechern für die Bar kann man 2 und 4 cl abmessen. Sie sehen aus, wie zwei kleine Pinnchen, die am Boden zusammengeklebt sind. Es gibt auch die Aufteilung 1 und 3 cl oder 3 und 5 cl, aber ich denke 2 und 4 cl ist am sinnvollsten, um Zutaten flott abzumessen und in den Shaker oder ins Rührglas (s. später) zu gießen.

Schwierige wird es meist, wenn ihr Mengen abmessen müsst, die nicht glatt durch 2 bzw. 4 teilbar sind. Was ist zum Beispiel, wenn im Rezept „1 cl“ steht? Den 2-cl-Teil des Jiggers zur Hälfte zu füllen, ist verzwickt, weil das Barmaß meist kegelförmig ist. Ihr könnt stattdessen vier Barlöffen voll nehmen (s. später), weil ein Barlöffel in der Regel 0,25 cl fasst. Eine Alternative ist ein Jigger mit einer Messskala, mit der man in 0,5-cl-Schritte abmessen kann. Ich nutze seit kurzem so einen, finde ich sehr praktisch.

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Barsieb/Strainer: Wichtiges Zubehör für Boston Shaker

Barsieb

Wer einen Boston benutzt, braucht praktisch auch ein Barsieb. Dieser so genannte Strainer (strain = sieben/seihen) hält Eis und andere nicht-flüssige Zutaten im Shaker zurück, damit diese nicht im Glas landen. Ihr könnt dafür natürlich auch ein herkömmliches, feinmaschiges Küchensieb/Teesieb nutzen, aber damit klappt das Ausgießen nicht so gut. Beim Cobbler Shaker ist ein Sieb bereits im Aufsatz integriert. Aber trotzdem könnt ihr auch hier ein Barsieb benutzen, wenn ihr wollt – sieht auch etwas professioneller aus 😉

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Feinsieb: Sowieso oft schon vorhanden

Sieb

Und hier kommt noch ein Sieb, das aber ohnehin in vielen Küchen zur Ausstattung gehört. Bei einigen Cocktails reicht nämlich das Barsieb bzw. das integrierte Sieb im Shaker nicht aus, um ungewollte Kleinteile zurückzuhalten. Ein Beispiel ist etwa der Gin Basil Smash, bei dem Basilikumblätter erst zerstampft und dann mit im Shaker geschüttelt werden. Die kleinen Basilikumreste würden ohne dieses Feinsieb im Glas landen, also hält man beim Auskippen des Shakers noch das Sieb dazwischen. Diese Methode nennt man auch „doppelt abseihen“ oder auf Englisch „double strain“, weil man den Cocktail eben durch zwei Siebe nacheinander filtert.

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Stößel: Das Werkzeug für Caipi-Fans

Stößel

Einen Caipirinha ohne Stößel herzustellen, geht ja eigentlich gar nicht. Aber auch für andere Cocktails wie etwa einen Gin Basil Smash ist solch ein Werkzeug hilfreich – gerade bei letztgenanntem sollte man aber nur ganz vorsichtig drücken. Aktuell benutze ich einen Holzstößel, der allerdings schon recht spröde geworden ist. Ohnehin ist er schwierig sauber zu machen, die Risse im Holz machen es nicht einfacher. Aus hygienischen Gründen wird mein nächster Stößel ein Modell aus Kunststoff oder Metall.

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Barlöffel: Mess- und Rührhilfe

Barlöffel

Gleich vorweg: Ich bin lange Zeit ganz gut ohne Barlöffel ausgekommen. Aber seitdem ich einen habe, finde ich ihn doch sehr praktisch. Zum einen kann man damit 0,25 cl abmessen, was ich aber natürlich auch mit einem Teelöffel (= 0,5 cl) tun kann. Zum anderen kann ich mit dem kleinen Stößel am anderen Ende des Stiels Zutaten wie Zuckerwürfel oder Minze zerdrücken – finde ich in vielen Fällen sogar besser als ein dedizierter, großer Stößel. Es gibt auch Barlöffel ohne Stößel, aber dann kann ich auch jeden beliebigen langstieligen Löffel nehmen. Wobei: Der Stiel des Barlöffels ist mit knapp 30 Zentimeter schon sehr lang, was sich wunderbar zum Rühren eignet (s. Rührglas). Außerdem ist er in sich verdreht ähnlich wie ein Bohrer. Damit lässt man Flüssigkeiten langsam in ein Glas fließen, um Schicht-Cocktails zu bauen.

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Rührglas: Absolut kein Muss

Rührglas

Nicht alle Cocktails werden geschüttelt, viele stattdessen gerührt. Der schon erwähnte Martini ist wohl der berühmteste Vertreter dieser Art (auch wenn James Bond ihn immer geschüttelt trinken möchte). Das soll vor allem dafür sorgen, dass der Drink klar bleibt und nicht milchig eintrübt, wie das beim Schütteln der Fall ist. Analog zu einem Shaker füllt man das Rührglas mit reichlich Eiswürfeln und rührt dann mit einem langstieligen (Bar-)Löffel (aber eine Gabel geht im Zweifel auch) ordentlich darin rum, bis das Glas beschlägt. Dass das auch mit einem normalen, halbwegs großen Glas geht, brauch ich wohl nicht zu erwähnen. Wer sich zu den etwas fortgeschrittenen Heim-Barkeepern zählen möchte, nimmt ein extra dafür geschaffenes schweres Kristallglas mit kleinem Ausguss. Letzterer macht es einfacher, den Cocktail unfallfrei ins Gästeglas abzugeben. Dafür kommt übrigens ebenfalls wieder ein Barsieb zum Einsatz.

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Ausgießer: Erspart so manche Sauerei

Ausgießer

Exakt 2 cl aus einer Flasche Schnaps mit großer Öffnung abzumessen, kann ganz schnell daneben gehen – im wahrsten Sinne. Entweder man gießt so vorsichtig in den Messbecher, dass die Flüssigkeit außen an der Falsche heruntert und auf den Tresen oder unsere Füße tropft. Oder man macht es etwas beherzter und gießt zu viel ein. Das Resultat ist das gleiche: Sauerei. Mit einem Ausgießer, den es in nahezu unendlich vielen Formen, Farben und Materialien gibt, geht es einfacher, weil präziser. Dabei gilt aus meiner Sicht: Irgendein Ausgießer ist in der Regel besser als gar keiner. Es gibt auch noch die spezielle Gattung der Portionierer, die ich getestet habe.

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Zitruspresse: Frischer Saft schmeckt besser

Zitruspresse

Dass frisch gepresster Zitronen- oder Limettensaft besser schmeckt, als der fertige aus der Flasche, haben ich bereits im Test festgestellt – und dürfte sowieso wohl jedem klar sein (obwohl es im Alltag auch der Fertigsaft aus dem Supermarkt tut). Ob ihr dabei die Zitronen- oder Limettenhälften nun mit der Hand ausquetscht oder eine der zahlreichen Pressen nutzt, bleibt letztendlich euch überlassen. Ich benutze aktuell die Handpresse, die ihr hier im Bild seht. Praktische Sache, funktioniert einwandfrei.

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Eis(würfel)behälter: Schont den Kühlschrank

Eisbehälter

Wer Gäste eingeladen hat und daher mehr als nur einen Cocktail mixen möchte, der weiß: Es kann gar nicht genug Eiswürfel geben. Die Dinger gehen beim Mixen schneller aus als würde man sie auf die Heizung legen. Es lohnt sich also, immer einen ausreichend großen Vorrat parat zu haben. Um aber nicht ständig die Kühl-/Gefrierschranktür zu öffnen und zu schließen, nutzt man einen Eiswürfelbehälter, der eine mehr oder weniger große Portion auch bei Raumtemperatur für ein paar Stunden am Leben erhält. Diese Behälter gibt es aus Kunststoff oder Edelstahl, mit oder ohne Deckel. Ich empfehle wegen der besseren Isolierung den Deckel, so habt ihr länger vom Eis.

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Hab ich was vergessen? Gibt es noch andere Bar-Werkzeuge, die ihr gerne benutzt oder für wichtig haltet? Schreibt es in die Kommentare unten :-)

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