Irish Whiskey und Gaffel Kölsch – eine kurze, intensive Bekanntschaft

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DEW & BREW: Irish Whiskey und Gaffel Kölsch

Whiskey aus Irland und Bier aus Köln – die Kombination hat mich an einem lauen Sommerabend vor einigen Tagen ziemlich überzeugt. Schade nur, dass ich das irisch-kölsche Herrengedeck in dieser Form wohl nie wieder trinken werde.

Aber von vorne: Was in deutschen Eckkneipen das Herrengedeck mit Bier und Korn, ist im Irish Pub das „beer and chaser“ mit Bier und Whiskey oder – wenn man gerade auf einer Veranstaltung von Tullamore DEW weilt – passenderweise das „Dew and Brew“. Unter diesem Motto hatte die irische Whiskey-Marke ins Wirtshaus Spitz im Kölner Agnesviertel eingeladen, eine Kneipe der Kölsch-Brauerei Gaffel. Sinn und Zweck der ganzen Sache: Bier mit Whisky trinken (keine Bange: Jedes Getränk bekam sein eigenes Glas, hier wurde nix zusammen gemixt).

DEW & BREW: Irish Whiskey und Gaffel Kölsch
Tullamore DEW Original & Gaffel Pale Ale

Durch den Abend führten John Quinn, globaler Markenbotschafter von Tullamore DEW, und Reiner Radke, Braumeister von Gaffel. Letzterer sorgte meiner Meinung nach für das eigentliche Highlight. Oder besser gesagt: Gleich vier Highlights. Denn extra für diesen Abend hatte er vier neue Gaffel-Sorten kreiert, die es so bisher noch nie gab: Pale Ale, Brown Ale, Sweet Stout und Porter. So viel Innovationsfreude hatte ich Gaffel gar nicht zugetraut. Klar gehört Gaffel mit dem Sonnenhopfen und der ersten Fassbrause auf dem Markt schon eher zu den innovativen Kölsch-Brauereien, die auch abseits des Kernprodukts mal etwas wagen. Doch dass der Braumeister gleich mit sowas um die Ecke kommt? Überraschung gelungen!

DEW & BREW: Irish Whiskey und Gaffel Kölsch
Tullamore DEW 12 Year Old Special Reserve & Gafffel Brown Ale

Tullamore DEW Phoenix + Gaffel Porter

John Quinn seinerseits hatte ebenfalls und nicht ganz zufällig vier Whiskeys aus eigenem Hause dabei: Tullamore DEW Original, 12 Year Old Special Reserve, 14 Year Old Single Malt und Phoenix. Und in exakt dieser Reihenfolge haben wir Bier und Whiskey jeweils verkostet und in eben dieser Reihenfolge steigerten sich die Aromen. Wo Pale Ale und Tullamore DEW Original den leichten und milden Anfang markierten, bildeten der fassstarke Phoenix mit 55 Prozent und das tiefschwarze-kaffee-cremige Porter das obere Ende der Intensitätsskala. Genau diese Kombination war es denn auch, die mich am meisten überzeugte. Bier und Whiskey beeinflussten sich jeweils dermaßen, dass völlig neue Aromen entstanden. Die fruchtige Orange des Phoenix‘ und die Cappuccino-Note des Portes passten super zusammen. Und genau das ist es, was Quinn und Radke uns zeigen wollten: Bier und Whiskey alleine sind schon lecker, aber in Kombination können sie noch ganz anders.

DEW & BREW: Irish Whiskey und Gaffel Kölsch
Tullamore DEW 14 Year Old Single Malt & Gaffel Sweet Stout

Welche Kombination nun am besten schmeckt, ist natürlich Geschmackssache – wer hätt’s gedacht? So bevorzugen die einen kräftigen Whisky mit kräftigem Bier. Die anderen suchen wiederum ein Paar, das sich ergänzt und nicht gegeneinander antritt. Einigen Gästen war vor allem das Porter eine Nummer zu mächtig und wer ein Glas davon trinkt, braucht sicher kein Abendbrot mehr (Tipp von mir: Wegen der 7,2 Prozent sollte man das Abendbrot schon vorher essen). Aber mich begeisterte das Porter ganz einfach – ebenso wie Reiner Radke. Dass der Braumeister mächtig stolz gerade auf dieses Bier war, konnte man beim besten Willen nicht übersehen.

DEW & BREW: Irish Whiskey und Gaffel Kölsch
Tullamore DEW Phoenix & Gaffel Porter

Kaum Chancen auf ein Wiedersehen

Es ist daher verdammt schade, dass eben genau das Porter wahrscheinlich niemals in den Handel kommt. Zwar sind die vier Gaffel-Kreationen sowieso erstmal nicht dafür gedacht gewesen, in den Verkauf (ob nun Ausschank oder Supermarkt) zu kommen. Aber Gaffel überlegt wohl, die Sorten für begrenzte Zeit am Zapfhahn im großen Brauhaus am Dom zu testen. Kommt davon eines besonders gut bei den Gästen an, wird es vielleicht ins normale Programm aufgenommen – ganz vielleicht. Dass das Porter das Rennen macht, wage ich aber zu bezweifeln. Die meisten Menschen hierzulande stehen ja eher auf die hellen und leichten Biere. Mal schauen, aber ich bin wenig optimistisch.

DEW & BREW: Irish Whiskey und Gaffel Kölsch
Reiner Radke sticht das Gaffel Pale Ale an

Besser als Newcastle

John Quinn, als Ire sicher ein geübter Biertrinker, zollte den Gaffel-Kreationen ebenfalls Respekt. „Viel besser als das Newcastle“ adelte er etwa das Gaffel Brown Ale. Vorher schwelgte er noch in Erinnerungen an seinen Vater und Großvater, die schon immer große Freunde des irischen Herrengedecks waren. Damals trank man aber noch in umgekehrter Reihenfolge zuerst den Whiskey und dann das Bier, weil die Spirituose doch rau und etwa war, was man mit einem großen Schluck Bier herunterspülen musste. Heute läuft das eher andersherum. Allerdings betonten sowohl Quinn als auch Radke, dass das Brew & Dew in beide Richtungen wunderbar funktioniert – fand ich auch.

DEW & BREW: Irish Whiskey und Gaffel Kölsch
John Quinn plaudert über das irische Herrengedeck

Pro Porter

Ich hatte Bier + Whiskey bis zum diesem Abend jedenfalls nicht so auf dem Zettel, aber die Kombination fand ich extrem lecker. Und auch wenn ich hier auf Schnaps.Blog schreibe und den Fokus eher auf den Whiskey legen sollte, muss ich sagen: Dem Porter trauere ich wirklich hinterher. Falls Gaffels Braumeister das hier liest: Für die Fassbrause wurde Gaffel am Anfang auch belächelt und jetzt gibt es sie überall und auch von vielen anderen Brauereien. Also: Trau dich, Reiner!

Fotos: Hopf Strategy / Tullamore DEW

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