BlogWatch: Die besten Beiträge aus der Schnaps-Szene (April 2017)

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Die besten Blog-Artikel aus der Szene

Was hat sich im letzten Monat in der Schnaps-Blogosphäre getan? Ich gebe eine Übersicht über die meiner Meinung nach interessantesten Artikel der deutschsprachigen Spirituosen- und Cocktail-Blogger vom April 2017. Mit dabei: eine Spirituose aus Heu, Erwachen aus dem Korn-Koma und selbstkritische Schnaps-Blogger.

Neue Sich auf einen alten Rum

Einen – wie ich finde – sehr bemerkenswerten Artikel hat Helmut auf schlimmerdurst.net veröffentlicht. Er hinterfragt darin seine früheren Schnaps-Reviews. In diesem Fall geht es um seine Notizen zum Dos Maderas PX 5+5, einem Rum-Verschnitt aus Barbados und Guyana. Mit seiner nun gesammelten Tasting-Erfahrungen und dem Wissen um Nachzuckerung im Rum-Geschäft (dazu sei auch noch mal auf diesen Artikel verwiesen) bewertet er den Rum nun völlig anders – vor allem kritischer. Kritisch sieht er aber auch seine damalige Bewertung des Rums, die er schonungslos auseinandernimmt und teilweise richtig stellt. Es ist ein erfrischend ehrlicher und sehr sympathischer Artikel. Hut ab!

Schnaps aus Heu

Sehr spannend zu lesen fand ich eines von Sepos Tastings auf galumbi.de. Dort ging es um Schnäpse aus dem Sauerland: einen Waldhimbeergeist (weniger spannend), einen Möhrenbrand (spannend) und einen Heugeist (extrem spannend). Vor allem seine Notizen zum Letztgenannten haben mich derart angefixt, dass ich drauf und dran bin, mir eine Flasche zuzulegen. Denn so wie es Sepo vor dem Tasting ging, ging es mir vor dem Lesen seines Artikels: Von einem Schnaps aus Heu hatte ich nie etwas gehört. Passende Cocktails mit den drei genannten Spirituosen präsentiert er ebenfalls in seinem Blog – wie immer garniert mit tollen Fotos.

Die Hälfte tut’s auch

Dass die Qualität eines Whiskys nicht immer etwas mit dem Alter zu tun hat, beweist der neue Lagavulin 8, den Lukas vom Alkoblog probiert hat. Damit hat die Brennerei quasi den kleinen Bruder des Lagavulin 16 auf den Markt gebracht, der einer der populärsten Single Malts überhaupt ist. Dass ein Hersteller das auf den ersten Blick recht niedrige Alter der neuen Abfüllung so offen kommuniziert, ist ungewöhnlich. Denn das Motto in der Branche scheint zu lauten „entweder hohe Zahlen auf das Etikett drucken oder gar keine“. Lukas jedenfalls findet es mutig und sogar richtig. Sein Fazit? Lest selbst auf alkoblog.de.

Cocktails-Wissen in sechs Schritten

Sechs wissenswerte Punkte für Cocktail-Neulinge haben die Blogger von schnaps-drossel.com zusammengetragen. Wichtig: Auch viele Nachtschwärmer, die sich für Cocktail-Experten halten, sollten vorsichtshalber mal einen Blick in den Beitrag werfen. Dass ein Strohhalm nichts in einem Cocktail verloren hat (bis auf wenige Ausnahmen) und dass es einen guten Grund hat, warum einige Drinks in so kleinen Portionen serviert werden, ist nämlich nicht jedem geläufig. Übrigens: Die Kategorie, unter dem der Artikel läuft, heißt nicht umsonst „Besserwisser“ ;-)

Korn erwacht aus Koma

Ist Korn der nächste Gin? Wahrscheinlich nicht, denn am Ende läuft es immer anders als man erwartet. Doch deutscher Korn scheint langsam aber sicher das Image vom Pennerglück oder vom Herrengedeck in der ranzigen Eckkneipe abzulegen. Denn guter Korn hat wenig zu tun mit den 5-Euro-Flaschen, die beim Lebendmittel-Discounter in der untersten Regalreihe stehen und noch nicht mal komplett aus dem Karton ausgepackt werden. Produkte wie Vollkorn, Das Korn oder Steinreich scheinen den Getreidebrand hierzulande aus dem fuseligen Dornröschenschlaf aufzuwecken, wie Juliane Reichert auf mixology.eu zu berichten hat.

Guter Whisky, böser Cocktail?

In einer seiner Whisky-Reviews auf A Dr(e)am of Sea, die ich immer sehr gerne lese, verliert Malte diesmal auch einige Worte über Whisky-Cocktails – unter Whisky-Fans tatsächlich ein heikles Thema. Immer wieder liest und hört man, dass man hochwertige Single Malts nicht für einen Cocktail nutzen sollte. So schreibt Malte denn auch: „Whisky Cocktails erscheinen mir eigentlich nicht wirklich ansprechend. Entweder man nimmt einen recht günstigen Whisk(e)y und versucht den Geschmack mit anderen Zutaten zu überdecken, oder man nimmt einen besseren, sprich teureren, und verschwendet diesen.“ Ich muss sagen, dass ich diese Meinung nicht teile. Man sollte auch für Cocktails hochwertige Zutaten (nicht nur Whisky) einsetzen. Natürlich braucht es nicht der 25-Jährige für 300 Euro die Flasche zu sein (wer es dennoch tun möchte, hat zumindest meinen Segen), doch es muss auch nicht der 8-Euro-Sprit aus dem Discounter zu sein. Am Ende ist es aber immer so wie auch Malte ganz richtig schreibt: Geschmackssache.

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